Erfurt bekommt ein Zero Waste-Bistro

Erfurt bekommt ein Zero Waste-Bistro

Das Thema Müllvermeidung ist nicht neu in Erfurt. Im letzten Jahr sorgte Claudia Schmeißer mit ihrer „Louise“ für reichlich Aufsehen und erst vor wenigen Tagen hat sich der 1. Zero Waste Verein Erfurt – der UmSo Aktiver e.V. – gegründet. Es tut sich was in unserer Stadt. Der nachhaltige Lebensstil wird gesellschaftsfähig und rückt in das Bewusstsein von immer mehr Menschen. Verstärkt wird diese Entwicklung nun auch von Ulrike Nonn, die mit „Restlos“ Thüringens erstes Zero Waste-Bistro in Erfurt gründet. Zero Waste – das bedeutet, dass das Lokal, das im Herbst eröffnet, weitestgehend auf die Produktion von Müll verzichtet.  

Nein zum Müll

Lebensmittel werden von den regionalen Lieferanten in Stiegen und Emaille-Eimern bezogen. Möhren-, Zwiebel- und andere Schalen, die bei den meisten im Biomüll landen würden, feiern im „Restlos Bistro“ ihre Renaissance und werden zu einer Gemüsebrühe verarbeitet. Ulrikes Ziel: Müll, vor allem in Kunststoffform, weitestgehend vermeiden. Das bedeutet unter anderem auch, dass du bei ihr keine typischen to go-Gefäße finden wirst. Entweder du leihst dir eine Dose vor Ort aus oder du bringst deine eigene mit. Ganz einfach.

Ulrike, die den Großteil ihres Lebens in Erfurt verbracht und hier auch studiert hat, hat bereits viele Jahre Berufserfahrung in der Gastronomie. „Es war eigentlich immer klar, dass ich eine eigene Gastro Gründen werde.“, verriet mir die 35-jährige im Gespräch. Um was genau es sich dabei handeln würde, war lange Zeit nicht klar und so veränderten sich ihre Pläne immer wieder. 

Gastro-Liebe trifft nachhaltigen Lebensstil

Als dann vor zwei Jahren Töchterchen Ronja auf die Welt kam, veränderte sich Ulrikes Leben in mehrerlei Hinsicht schlagartig. Natürlich wollte sie nur das Beste für ihr Kind – und so begann sie, sich immer intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Inzwischen ist ihr Interesse daran so groß, dass sie beschlossen hat, diese neue Leidenschaft mit der alten – nämlich der Gastronomie – zu vereinen. Und so entstand die Idee für das Restlos Bistro.

Im November vergangenen Jahres begann Ulrike dann, Nägel mit Köpfen zu machen. Sie holte sich fachlichen Rat bei Zero Waste-Expertin und Louise-Mama Claudia, begann die Suche nach einer geeigneten Location, schrieb einen Businessplan und bereitete ihr Crowdfunding vor, das gerade läuft. (Mehr dazu weiter unten.)

Als nächstes stehen die Renovierung des Bistros, das Suchen nach Möbeln, Geschirr etc. und das Finden von Lieferanten auf dem Plan. Die Eröffnung findet im Dezember statt . Wo genau du das Zero Waste-Bistro finden wirst, möchte Ulrike noch nicht verraten. Sie verspricht aber: „In der Erfurter Innenstadt.“

Edit vom 1. Dezember 2017: Inzwischen hat das Restlos Bistro eröffnet! Du findest es in der Marktstraße 38 – da, wo vorher das Kekoa drin war.

Wenn das Restlos startklar für die ersten Besucher ist, erwarten dich dort eine tolle Frühstückskarte, täglich wechselnde Suppen und Salate, ein kleines Kuchenangebot und natürlich leckerer Kaffee.

Natürlich finde ich es großartig, dass Erfurts Gastro-Szene um ein Zero Waste-Lokal ergänzt wird – sonst würde ich nicht darüber berichten. Sicherlich wird das Restlos Bistro nicht das Müllproblem unserer Welt lösen, aber es ist ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das allein macht schon viel aus.


Liebste Grüße,

Jessi

Foto: © Goldine Fotografie

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

3 Gedanken zu „Erfurt bekommt ein Zero Waste-Bistro

  • 29. Mai 2017 um 10:02
    Permalink

    Über Crowdfunding ist ja einiges an Unterstützung dazu gekommen. Ich bin gespannt, ob das Finanzierungsziel noch erreicht werden kann.

    Antworten
  • 2. Dezember 2017 um 16:30
    Permalink

    Ich finde die idee gut, aber man muss immer selber dosen und anderes mitbringen? Für mich ein Grund den laden zu meiden. Wenn ich ein Lokal sehe, gehe ich rein, guck ob es mir gefällt und bestelle, das will ich nicht planen, sondern ist spontan. Nur ich habe nicht spontann immer alles mit. Es wär schöner gewsen, wenn das konzept vom vorbesitzer übernommen wäre, nämlich rrecyclebares besteck und verpackungsmaterial. Ich denke, wenn es wirklich keine verpackungen gibt, wird der laden genau so pleite machen wie „Louise genießt“, aber ich wünsche viel glück!

    Antworten
    • Jessi
      4. Dezember 2017 um 8:35
      Permalink

      Hallo Anni,
      deine Bedenken kann ich gut verstehen. Ich bin gespannt, wie sich das Bistro macht und wünsche Ulrike viel Erfolg 🙂

      Liebe Grüße,
      Jessi

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.