Erfurt von oben: Drei wundervolle Aussichtspunkte

Erfurt von oben: Drei wundervolle Aussichtspunkte

Wenn ich in anderen Städten unterwegs bin, liebe ich es, Kirchtürme oder andere ähnlich hohe Gebäude, die als Aussichtspunkte dienen, zu erklimmen. Das hält nämlich nicht nur fit, sondern beschert mir auch immer wieder einen großartigen Blick über die Umgebung, die in aller Regel ziemlich neu und fremd für mich ist. Egal ob Dresdener Frauenkirche, Hamburger Michel, Dom zu Speyer oder (bisher das spektakulärste Erlebnis für mich) das London Eye – auch wenn ich (fast) immer japse wie das lahme Nashorn aus Jumanji – ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert und begeistert von der Aussicht, die einem dort oben geboten wird. Da sind Menschen, die plötzlich winzig klein wirken, und Bauwerke, deren ganzes Ausmaß man erst von oben erkennt, Straßenbahnen, die wie die Requisiten in einer Modelllandschaft aussehen und Parks, die wie grüne Oasen im Meer aus Asphalt und Beton leuchten. Was ich als Naturliebhaber immer besonders sehr mag, ist die Möglichkeit, den Blick über die Grenzen der Stadt hinausschweifen zu lassen. Die beste Möglichkeiten boten sich mir hierfür in Dresden (Elb-Landschaft!) und Speyer (Rhein-Landschaft!). 


Doch was ist eigentlich mit Erfurt, der Stadt in der ich lebe und dich mich beinahe täglich umgibt? Was die anderen können, kann meine Wahlheimat natürlich auch. Möglichkeiten gibt es genug – schließlich ist der Beinahme Erfordia turrita („turmreiches Erfurt“) absolut berechtigt. Ich habe mich mal ein bisschen umgeschaut und verschiedene Aussichtspunkte in Erfurt getestet. Meine drei Favoriten will ich dir gern in diesem Beitrag etwas genauer vorstellen.

Aussichtspunkt #1: Der Ägidienturm

Der Ägidienturm befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Erfurts touristischem Epizentrum, der gen Kirche gehört, befindet sich an der Wenigemarkt-Seite der Brücke und kann ganzjährig besucht werden. Den Eintritt in Höhe von 2,50 Euro pro Person (ermäßigt 1,50 Euro, Kinder unter 10 bezahlen sogar nur 50 Cent) finde ich absolut in Ordnung. Hochwärts geht es ausschließlich über (teils recht knarzige) Treppen. Behindertengerecht ist der Ägidienturm demzufolge nicht. 

Oben angekommen hast du einen umwerfenden Rundum-Blick über Erfurts Innenstadt. Da sich der Turm in sehr zentraler Lage befindet, kannst du nahezu ALLES sehen: Krämerbrücke, Erfurter Dom und Severikirche, Petersberg, Barfüßerkirche, Predigerkirche, Schlösserbrücke, Anger 1, … Schade ist, dass es keinerlei Beschriftung oben auf dem Turm gibt. Wer nicht ortskundig ist, kann nur auf auskunftsfreudige Erfurter hoffen, die gern und geduldig erklären, wie welches Gebäude heißt.

Blick von oben auf das Augustiner Bräu und die Fläche hinter der Krämerbrücke in Erfurt

Detail-Aufnahme der Krämerbrücke in Erfurt

Ägidienturm

Öffnungszeiten: (in der Regel) Sonntag bis Montag 11 bis 17 Uhr (immer wenn der Aufsteller vor der Tür steht)

Eintritt: Erwachsene 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Kinder bis 10 Jahre 0,50 Euro

Aussichtspunkt #2: Der ega-Turm

Mein letzter Ausflug auf den Turm im egapark ist schon ein paar Monde her, doch trotzdem will ich ihn dir in diesem Beitrag gern empfehlen. Der Turm ist Teil der ehemaligen Cyriaksburg und diente als Gefechtsturm (mehr zur spannenden Geschichte des Turms findest du hier). Heute wird von hier oben (auf der modernen Plattform befindest du dich immerhin auf 272 Metern über NN) allerdings nur noch mit der Kamera geschossen.

Das Schöne am Aussichtsturm im egapark ist, dass du Erfurt von hier aus mit einer gewissen Distanz bewundern kannst. Außerdem hast du einen herrlichen Blick über das Thüringer Becken, den Steigerwald und – bei klarer Sicht – sogar bis in den Thüringer Wald. Wie der Ägidienturm ist auch der egaturm leider nicht behindertengerecht. 

© Melanie Kahl | LitschiCo-Erfurt

Aussichtsturm im egapark

Öffnungszeiten: Mitte März bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr, Anfang November bis Mitte März täglich von 10 bis 16 Uhr

Eintritt (in den egapark inkl. Aussichtsturm): in der Sommersaison Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 5,30 Euro, in der Wintersaison frei

Aussichtspunkt #3: Der Petersberg

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde, dass der Petersberg von unten wie ein ziemlich mickriger Hügel aussieht. Um so mehr überrascht es mich immer wieder, was für einen großartigen Ausblick man von hier oben hat. Ganz klar – für mich ist der Petersberg DER Aussichtspunkt schlechthin in Erfurt. Weil er immer geöffnet hat, weil du keinen Eintritt zahlen musst und weil du hier noch so viel mehr entdecken kannst. Und „ganz nebenbei“ gibt es natürlich einen wundervollen Blick über unser schönes Erfurt. Hach…

Blick auf den Erfurter Domplatz von der Glashütte auf dem Petersberg

Blick vom Petersberg über ErfurtPetersberg

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: frei

Selbstverständlich hat Erfurt noch mehr zu bieten, wenn es um schöne Aussichtspunkte geht. Die größte Vielfalt hast du im Rahmen der Veranstaltung „Erfordia turrita„, die 2017 am 27. Mai stattfindet.

Welcher Ort ist dein liebster, wenn es darum geht, den Blick über Erfurt zu genießen? Hast du vielleicht einen Geheimtipp, den du hier verraten willst? 😉 Ich bin gespannt und freue mich auf deinen Kommentar.


Liebste Grüße,

Jessi

Fotos: © Jessika Fichtel | Feels like Erfurt + Melanie Kahl | LitschiCo-Erfurt

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

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