Erfurt von A bis Z

Erfurt von A bis Z

Erfurt ist wunderbar vielfältig. Wer möchte, kann hier jeden Tag etwas anderes sehen und erleben. Um einmal aufzuzeigen, wie abwechslungsreich die Stadt ist, habe ich dieses Erfurt-ABC angelegt. Vielleicht hält es für euch die eine oder andere Inspiration bereit oder verrät euch sogar noch etwas Neues.

A wie Augustinerkloster

Der wohl berühmteste „Bewohner“ des Erfurter Augustinerklosters, das nach seiner Erbauung 1277 erst einmal Kloster der Augustiner-Eremiten hieß, ist Martin Luther. Dieser lebte von 1505 bis 1512 als Mönch in Erfurt. Heute ist das anerkannte Kulturdenkmal in erster Linie ein Tagungs- und Begegnungszentrum, in dem auch übernachtet werden kann. Ein kleiner Teil des Gebäudekomplexes wird von Schwestern der Communität Casteller Ring bewohnt.

Foto: © Jessika Fichtel

B wie Born Senf

Sie ist die wohl bekannteste Thüringerin ever: Rank und schlank, schön gebräunt und echt appetitlich. Die Rede ist natürlich von der Thüringer Rostbratwurst. Wer diesen kulinarischen Leckerbissen standesgemäß verzehren will, sollte immer auch auf ein Stück Erfurt zurückgreifen. Bratwurst wird nämlich traditionell nur (!) mit dem Erfurter Born Senf serviert.

Mein Tipp: Am Wenigemarkt (direkt an der Krämerbrücke) findest du den Born Laden. Hier gibt es nicht nur den klassischen Senf, sondern auch viele Variationen und andere Feinkost-Produkte. Das beste: Das komplette Sortiment darf hier mit kleinen Eis-Löffelchen probiert werden 🙂

C wie Clueso

Musik aus Erfurt? Ganz klar, hier führt kein Weg an Clueso, alias Thomas Hübner vorbei. Der Erfurter, der hier am 9. April 1980 geboren wurde und immer noch hier lebt, ist einer der erfolgreichsten Singer/Songwriter Deutschlands… und ganz sicher auch einer der charismatischsten. Legendär ist auch Cluesos Vorliebe für Überraschungen. Im Prinzip kann man immer und überall in Erfurt mit einem Mini-Konzert von ihm rechnen. Sehr liebenswert, wie ich finde.

D wie Diner en blanc

Einmal im Jahr, im Hochsommer, hüllt sich ein kleiner Teil von Erfurt komplett in Weiß. Dann findet nämlich das Diner en blanc, das Essen in Weiß statt. Das eigensinnige Event, hinter dem Stadtrat und Kultur-Oberhaupt Wolfgang Beese steckt, ist längst kein Geheimtipp mehr. Wann und wo das Dinner in diesem Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Wenn du dich für die Veranstaltung interessierst, empfehle ich dir, der dazugehörigen Facebook-Seite zu folgen. Dann entgehen dir garantiert keine Infos.

Tipp: Mehr zum Dinner en blanc könnt ihr in diesem Blogbeitrag von mir lesen.

E wie egapark

Erfurt die Blumenstadt – ein schmeichelhafter Ruf, der natürlich nicht von ungefährlich kommt. Neben den zahlreichen Gärtnern und Floristen, die hier seit Jahrzehnten arbeiten, ist es natürlich der egapark (früher einfach nur ega für Erfurter Gartenbauausstellung und noch früher iga für Internationale Gartenbauausstellung), der maßgeblich für dieses Image verantwortlich ist.

Dass der egapark einen Besuch wert, beziehungsweise ein Muss für jeden Erfurt-Gast ist, muss ich an dieser Stelle sicher nicht noch einmal erwähnen. Ich will aber den Einheimischen ausdrücklich ans Herz legen, den Park am Rande der Stadt mal wieder zu besuchen. Es hat sich einiges getan nach eurem letzten Schulausflug 😉

Tipp: Ich bin ein großer (und bekennender) ega-Fan. Schau dir doch einmal meine Fotos von der Kirschblüte im japanischen Garten oder dem Winterleuchten an. Einen umfassenden Beitrag zu Erfurts floraler Vergangenheit findest du auf der Homepage von erfurt.de.

F wie Feels like Erfurt

Ich will jetzt nicht auf die Kacke hauen und behaupten, dass Feels like Erfurt DER Erfurt-Blog schlechthin ist. Ich betrachte mich und meine Homepage dennoch als einen Teil der Stadt und bin stolz darauf. Mein Ziel ist es, meine Leser mit auf eine Reise durch Erfurt zu nehmen. Mir geht es darum, auch auf die kleinen Dinge aufmerksam zu machen, die andere als Selbstverständlichkeit hinnehmen. Ich gehe mit offenen Augen durch diese schöne Stadt und versuche, sie auch zu fühlen. Damit dürfte auch ein für alle Mal geklärt sein, was es mit dem Namen des Blogs auf sich hat 😉

G wie Gassen

Erfurt, das ist der Dom, die Krämerbrücke und die ega? Selbstverständlich! Aber Erfurt, das ist auch eine Altstadt, die an Romantik kaum noch zu überbieten ist. In meinen Augen ist es ein absolutes Muss, einmal ganz in Ruhe und mit einer Kamera bewaffnet, durch das malerische Andreasviertel zu schlendern und die vielen kleinen Gassen zu entdecken – ganz gleich, ob du als Tourist in Erfurt bist oder hier wohnst. Kleine Straßen wie die Glockenquergasse oder die Kirchgasse in der Nähe vom Augustinerkloster sind einfach nur zauberhaft ❤

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Foto: © Jessika Fichtel

H wie Häusernamen

Eng mit den Gassen verbunden ist auch das nächste Thema. Wenn du dir die Häuser in der Erfurter Altstadt einmal genauer anschaust, wirst du feststellen, dass die Mehrheit von diesen klangvolle Namen tragen. Ganz richtig, die Häuser haben feste und (meist) einmalige Namen. Was heute unterhaltsam und vielleicht auch ein bisschen zum Schmunzeln ist (siehe „Haus zum Osterlamm“), hatte vor Jahrhunderten natürlich einen Sinn. Die Namen sind nämlich so eine Art veraltete Hausnummer. Die Briefträger von damals mussten also ein ziemlich gutes Gedächtnis haben 😉

I wie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“

„Aus der ‚Sachsen-Klinik‘ nach Erfurt“ – Seit dem 22. Januar 2015 strahlt das Erste immer donnerstags um 18.50 Uhr „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ aus. Die Krankenhaus-Serie ist eine MDR-Produktion, die seit September 2014 in Erfurt abgedreht wird. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Spin-off, also einen Ableger von „In aller Freundschaft“. Die Erfurter Serie beginnt mit dem Wechsel eines gewissen Dr. Niklas Ahrend, der „nach einem einschneidenden Erlebnis die Leipziger Sachsenklinik verlassen hat.“ (Quelle: Wikipedia) Klingt vielversprechend, oder? 😉

Tipp: Soweit ich weiß, kann das Haupt-Set neben dem MDR Funkhaus auch bei regelmäßigen Touren besichtigt werden…

J wie Jena

Was wäre Erfurt ohne seine Rivalität zu Jena? Okay… der eine oder andere antwortet jetzt sicher: „Auch nicht anders.“, aber irgendwie gehören sie doch dazu, diese Sticheleien zwischen den beiden  Städten (die ich im eigenen Freundeskreis auch immer wieder erleben darf). Soweit ich das bewerten kann, beruht die Stadtrivalität im Fall von Erfurt und Jena einzig darauf, dass der RWE und der FC Carl Zeiss Jena schon immer erbitterte Gegner auf dem Fußballplatz waren. Wenn es sonst weiter nichts ist…

K wie Krämerbrücke

Wer einmal auf der Krämerbrücke gewesen ist, weiß, dass es sich hierbei um einen Ort handelt, dessen Magie einfach nicht in Worte gefasst werden kann. Tatsächlich ist die Brücke, die über die Gera reicht, dieses Relikt der mittelalterlichen Handelsstraße Via Regia, ein einzigartiges Fleckchen Erde – in Erfurt und vielleicht auf der ganzen Welt.

Klugscheißer-Wissen: Die Erfurter Krämerbrücke ist die einzige bebaute Brücke nördlich der Alpen.

L wie Logistik

Zalando, Redcoon, DHL, … die Liste der Unternehmen, die in Erfurt ihr Logistikzentrum haben, ist lang. Auch wenn die riesigen Hallensiedlungen am Rand der Stadt nicht gerade schön sind und die Arbeitsbedingungen sicher nicht überall optimal sind, ist die Logistik doch ein fester Teil von Erfurt. Denn eines steht fest: Sie schafft Arbeitsplätze. Dass die Stadt so attraktiv für viele Unternehmen ist, liegt übrigens an der guten Infrastruktur. Autobahnen und Bundesstraßen sorgen dafür, dass jeder LKW in Windeseile in alle Himmelsrichtungen aufbrechen kann.

M wie Marienkirche

Marienkirche? Wo steht die denn? Na, am Domplatz! Direkt neben der Severikirche! Richtig, die Rede ist natürlich vom Erfurter Dom – der zu früherer Zeit auch Marienkirche genannt wurde. Der Dom ist nicht nur der bekannteste und wichtigste Sakralbau von Erfurt, sondern auch der erste. Seine Erbauungs-Geschichte beginnt bereits im Jahr 724. Nach mehreren Umbauten und Reparaturen ist der Dom heute Sitz des Bistums Erfurt – und das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

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Foto: © Jessika Fichtel

N wie Nordstrand

Der gemeine Städter liebt es – insbesondere im Sommer – die Betonklötze hinter sich zu lassen und entspannende Momente im Umland von Erfurt zu suchen. Einer der wohl beliebtesten Hotspots fürs sommerliche Abschalten ist der Nordstrand mit seinem umfangreichen Freizeitangebot. Hier kannst du nämlich nicht nur schwimmen, sondern auch tauchen, Wasserski fahren, Beachvolleyball und Beachsoccer spielen.

O wie Oper

Seit 1994 werden in Erfurt die alljährlichen Domstufen-Festspiele aufgeführt. Das imposante Freiluft-Event ist längst in ganz Deutschland bekannt und lockt tausende von Besucher in die Domstadt. Auch wenn sich diese jedes Mal auf ein neues Stück freuen können, gibt es doch auch eine Konstante: Das Theater Erfurt, der Veranstalter der Domstufen-Festspiele, führt eine (weltbekannte) Oper auf. In diesem Jahr wird das Tosca von Giacomo Puccini sein. Die erste Oper, die auf dem Domplatz gespielt wurde, war Carmina Burana.

P wie Puffbohne

Erfurter werden gern schelmisch als Puffbohne bezeichnet und ich habe auch irgendwo mal gehört, dass jeder neue Erdenbürger, der in Erfurt auf die Welt kommt, ein plüschiges Exemplar dieser ominösen Bohne geschenkt bekommt. Doch was hat es damit überhaupt auf sich?

Ganz einfach: Die Puffbohne ist eine Bohnenart, die vor langer Zeit um Erfurt herum angebaut wurde. Auch wenn das Gemüse inzwischen seinen Ruhm verloren hat, ist ihr Name als Spitzname für die Erfurter geblieben. Ich finde ja, dass es schlimmeres gibt 😉

Erfurter Puffbohne
Foto: © Jessika Fichtel

Q wie Qualität

Ja, ich gebe zu, dass es verdammt schwer ist, ein Wort mit Q zu finden, das zu Erfurt passt. Ich habe mich für „Qualität“ entschieden – ganz einfach, weil Erfurt für mich eine qualitativ hochwertige Stadt zum Leben ist. Dafür sorgen nicht nur die vielen Cafés und Einkaufsmöglichkeiten, sondern vor allen Dingen Parks und andere Rückzugsorte. Erfurt ist in meinen Augen eine sehr natürliche Stadt, der die Bescheidenheit ausgesprochen gut steht.

R wie Rot Weiß Erfurt

Muss man hierzu überhaupt noch etwas sagen? Der Rot Weiß Erfurt (kurz: RWE) ist Erfurts erfolgreichster Fußball-Club. Er spielt derzeit in der 3. Bundesliga. Was ich bemerkenswert finde, ist, dass der RWE 1895 als Cricket Club gegründet wurde. Das klingt so elegant 😉

S wie Sandmännchen und Co.

Ein Spaziergang durch Erfurt ist immer wieder ein Wiedersehen mit guten, alten Freunden – zumindest, wenn man seine Kindheit überwiegend in den 1990er und 2000er Jahren verbracht hat. Überall in der Stadt finden sich berühmte Figuren des Kinderkanals. Dieser Ableger der ARD hat nämlich seinen Sitz hier in Erfurt.

T wie Türme

„Erfordia turrita“ – Türmereiches Erfurt. Diesen Beinamen trug die Stadt im Mittelalter. Auch heute noch wird schnell klar, warum das so war. Zahlreiche Kirchen und andere Bauwerke recken sich mit ihren Türmen in den Himmel über Erfurt.

Info: Jedes Jahr im April findet der Aktionstag Erfordia turrita statt. Dann haben Gäste die Möglichkeit, verschiedene Erfurter Türme zu erklimmen und die Aussicht zu genießen. Gleichzeitig macht die Veranstaltung darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die historischen Gebäude zu erhalten.

U wie Universität

Erfurt ist eine Uni-Stadt… und das ist auch gut so. Auch wenn ich selbst nicht hier, sondern in Magdeburg studiert habe, weiß ich doch ganz genau, wie sehr Studenten eine Stadt bereichern und prägen. Sie machen sie bunter, lebendiger, vielfältiger.

Neben der Uni hat Erfurt natürlich auch eine Hochschule zu bieten. Hier kann unter anderem Gartenbau, Landschaftsarchitektur oder Konservierung und Restaurierung studieren. Die Studiengänge machen deutlich, was der Unterschied zwischen Uni und HS ist: An der Hochschule geht es deutlich praxisorientierter zu. Das kann ich bestätigen, denn ich war sowohl an einer Universität als auch an einer Hochschule eingeschrieben 😉

V wie Venedig

Italienisches Flair mitten in Erfurt? Nichts leichter als das. Während die vielen Kopfsteinpflaster-Gassen schon ordentlich an der mediterranen Schraube drehen, setzt Klein-Venedig dem Ganzen die Krone auf. Hier im Enten- und Taubenparadies direkt an der Gera fällt das Entspannen nicht schwer. Ein absoluter Hotspot im Sommer!

Erfurt Klein-Venedig
Foto: © Jessika Fichtel

W wie Wein

Was Erfurt mit Wein zu tun hat? Eine ganze Menge! Wer nämlich einmal genauer hinschaut, entdeckt am Petersberg, direkt neben dem Weg, der vom Domplatz hinauf führt, einige Weinreben. Die edlen Tropfen, die hieraus gemacht werden, können in diversen Erfurter Geschäften gekauft werden. Alle Infos zum Petersberg-Wein gibt es hier.

X wie XXL

Wenn ich von XXL spreche, meine ich damit nicht mein Herz für Erfurt, sondern die Gloriosa, die gigantische Glocke, die im Mittelturm des Erfurter Domes hängt. Mit einem Durchmesser von 2,56 Metern ist die Gloriosa die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. BÄÄÄM!

Ich kann das sogar bezeugen, denn im Zuge eines Grundschulausfluges habe ich mich mal mit meiner gesamten (!) Klasse unter die Gloriosa gestellt.

Y wie Yvonne Catterfeld

Yvonne Catterfeld, geboren am 2. Dezember 1979 in Erfurt, ist den einen als Sängerin, den anderen als (GZSZ-)Schauspielerin bekannt. Zuletzt ist sie im Rahmen der VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ über deutsche Fernsehbildschirme gehuscht und hat dabei eine respektable Figur gemacht.

Z wie Zitadelle

Eine Zitadelle ist eine kleine, in sich geschlossene Festung, die Teil einer größeren Festung ist. So, wäre das auch endlich mal geklärt. Wenn ich im Zusammenhang mit Erfurt von einer Zitadelle spreche, dann ist natürlich die Zitadelle Petersberg damit gemeint. Diese diente vom 17. bis 19. Jahrhundert als Stadtfestung Erfurts. Was mich sehr freut ist, dass es sich bei „unserer“ Zitadelle um eine der größten und besterhaltendsten in ganz Europa handelt.

Heute ist die Zitadelle Petersberg natürlich nicht mehr als Festungsanlage notwendig, sondern zu einem beliebten Ausflugs- und Treffpunkt geworden. Nicht nur Besucher, sondern auch die Erfurter lassen es sich hier oben gut gehen und genießen die Besonderheit dieses historischen Ortes.

Die Zitadelle Erfurt
Foto: © Jessika Fichtel

 

Damit wären wir am Ende von meinem Erfurt-ABC angekommen. Ich hoffe sehr, dass du Spaß beim Lesen hattest und vielleicht auch etwas neues über Erfurt lernen konntest.

Liebste Grüße, Jessi

 

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

Ein Gedanke zu „Erfurt von A bis Z

  • 18. April 2017 um 12:56
    Permalink

    Liebe Jessi,
    schonmal im Kabarett „Die Arche“ gewesen? Da gibt es in dem Stück „Mindestens haltbar bis …“ (und nur in diesem Stück) eine „Fürstenloge“, also ein sehr schönes altes Doppelsitzmöbel, das gern besetzt werden kann. Anmelden bitte bei dem fröhlich grüßenden
    Ulf Annel
    Tel. 036201-7556

    Antworten

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