Erfurter im Interview: Sebbi von KEKOA

Erfurter im Interview: Sebbi von KEKOA

Schon bei meinem ersten Treffen mit Jessi, als feststand, dass ich ein Teil von Feels like Erfurt werden durfte, merkten wir uns vor: Ich werde die Macher von KEKOA interviewen! Ich bin ein riesen Fan von der Brottasche und „den besten Fritten der Welt“, denn in Erfurts Selfmade-Bistro bedeutet das Fast Food ohne schlechtes Gewissen – besser geht’s doch nicht, oder?! Außerdem fühlst du dich immer pudelwohl, wenn du das KEKOA betrittst, weil jeder hungrige Kunde wie ein alter Kumpel behandelt wird. Das Gefühl, dass du beim Lesen des Interviews haben wirst, entspricht genau der Atmosphäre im Bistro. Nur das superleckere Essen ist schwer zu beschreiben, davon wirst du dich vor Ort selbst überzeugen müssen. 😉


Hey liebes KEKOA-Team. Stellt euch doch zuerst mal kurz vor: Wer steht bei euch denn alles hinter dem Tresen?

Hey Elisa, vielen Dank für dein Interesse – das freut uns sehr! Wer zum Schlemmen ins KEKOA kommt, sieht meistens Katja, Maiki und mich, Sebbi, hinter’m Tresen. Maiki und ich haben vor ca. 3 Jahren das KEKOA eröffnet und kurz danach kam auch schon Katja mit an Bord. Katja kam frisch aus Australien und suchte einen Job. Und wir suchten zu der Zeit eine Katja – hat also gut gepasst und wir sind bis heute happy mit der Entscheidung. 🙂 Ansonsten haben wir noch zwei, drei Aushilfen im Boot, die immer dann einspringen, wenn’s bei uns eng wird.

Sebbi und Maiki

Was bedeutet der Name KEKOA?

Die Antwort fällt robotermäßig leicht. 🙂 Der Begriff KEKOA kommt aus dem Hawaiianischen und ist eigentlich ein Name. Da es im Hawaiianischen nur ziemlich wenige Buchstaben gibt, bedeuten viele Dinge auch das gleiche. KEKOA steht zum Beispiel für „Der Barmherzige“ oder auch „Der Krieger“. Es gibt auch Ursprünge in der hawaiianischen Mythologie. Eigentlich hat uns aber unsere gute Freundin Claudi auf den Namen gebracht. Sie hat ihren Sohn mit Zweitnamen Kekoa getauft und irgendwie fanden wir das ziemlich cool. Der kleine Kekoa freut sich auch darüber. 🙂

Was ist eure Philosophie?

Da könnte ich jetzt weit ausholen und in entfernte Galaxien abdriften, ich versuch mich aber mal kurz und verständlich zu fassen. Eigentlich ist es ganz einfach: Wir wollten den kulinarischen Mittagspausen-Markt in Erfurt etwas bunter gestalten. Ich selbst habe lang in der Marktstraße gearbeitet und war irgendwann satt vom Alltagsfraß. Wir bieten unseren Gästen schnelles, frisches und gesundes Essen an. Dabei legen wir den Fokus aber auch auf Regionalität und Tradition. Wir machen hier alles selbst. Jede Kartoffel für unsere Fritten wird von Hand in Form gebracht, wir kochen täglich frische Suppen und machen unsere Falafel von der Kichererbse bis zur Petersilie selbst. Das ist sauviel Arbeit – lohnt sich aber. Wenn man selbst überzeugt davon ist, nimmt man höheren Zeitaufwand und höhere Kosten in Kauf. Und außerdem schmeckt’s auch viel besser. Ansonsten versuchen wir hier im KEKOA eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Wir mögen Reggae Musik und bevorzugen es, mit „Du“ angesprochen zu werden. 🙂 Jeder, der bereits hier war, weiß, dass man sich im KEKOA wohlfühlen kann.

Was ist das Besondere an eurem Bistro?

Besonders sind nicht nur die extrem attraktiven Mitarbeiter, sondern auch unser extrem kleiner Laden – Spaß beiseite… Ich finde ja, wir sind mit dem, was wir machen, total besonders. Im Vergleich zu dem, was wir in Erfurt so kennen. Mit unserem Konzept sind wir einzigartig. Im KEKOA gibt’s viele Leckereien, die du sonst nicht bekommst. Angefangen bei unserer reichhaltigen Salatbar, an der du dir deine Brottasche selbst befüllen kannst. Jedes Brot dafür wir übrigens von „Bäckerei Lobenstein“ traditionell von Hand gebacken. Oder unsere Fritten: Wir arbeiten eng mit einem kleinen Kartoffelbauer aus der Region zusammen. Damit gewähren wir viel Frische, kurze Wege und Transparenz. Uns ist es nicht egal, von wo und von wem unsere Zutaten stammen. Wir pflegen zu jedem Händler und Produzenten freundschaftliche Kontakte.

Womit kann man sich bei euch verwöhnen lassen?

Wer genau aufgepasst hat, hat sicherlich bemerkt, dass wir immer mehr Speisen in unser Sortiment aufgenommen haben. Angefangen haben wir mit unseren leckeren Brottaschen, die man sich selbst befüllen kann. Dazu bieten wir besonders mariniertes Hähnchen oder hausgemachte Falafel an. Ansonsten der Knaller: Unsere Fritten – auch hausgemacht und jeder, der schon mal ’ne Portion hatte, kommt wieder! Ach ja, es gibt jetzt auch Süßkartoffel-Fritten. Dazu machen wir ’nen eigenen Dip – MEGA! Besonders jetzt zur kalten Jahreszeit machen unsere Suppen auch riesen Spaß. Jede Woche gibt es zwei verschiedene und natürlich werden die auch von uns selbst gekocht. Übrigens kochen wir immer vegan. Wir finden, dass Süppchen keine tierischen Produkte brauchen und auch so sehr gut schmecken. Außerdem haben wir seit einiger Zeit auch Kartoffelstampf im Programm. Der wird frisch vor dir gepresst. Dazu gibt’s ’nen hausgemachten Kräuterquark und Falafel oder Hähnchen – man kann alles kombinieren und so richtig kreativ werden. 🙂 Wer möchte, kann sein Essen bei uns jeden Tag anders schmecken lassen. Um niemanden zu vergessen: Wir haben auch Honig vom Kremigen Klaus und Bio-Apfelsaft von Ingmar. Echt gutes Zeug!

Was ist euer KEKOA-Lieblingsessen?

Katja und ich experimentieren ständig rum und sind aktuell riesen Fans von ’ner Brottasche Falafel mit Wasabi-Mayo, Weißkrautsalat, Gewürzgurken, roter Bete, Tomätchen, ’n bissl Kräutersalz und Knobi-Sauce. Maiki ist eher der solide Typ und steht voll auf Kartoffelstampf mit Quark und Hähnchen. Wenn’s gut läuft, gibt’s auch ’ne Vorsuppe und ’nen Nach-Apfel. 🙂

Abgesehen vom leckeren Essen – was glaubt ihr, warum seid ihr in Erfurt so beliebt? 

Vor allem überzeugen wir natürlich durch frisches und leckeres Essen. Naja und ansonsten sind wir, denke ich, ganz nette Menschen mit ’ner gesunden Weltansicht. Wir versuchen das Gute im Blick zu behalten und den Spaß am Leben nicht zu verlieren. Im KEKOA läuft immer gute Musik und man trifft uns am Wochenende auch mal schielend auf der Tanzfläche. Wir sind halt ganz normale Dudes – wie du und ich. Und wem das nicht gefällt, der kommt halt wegen unseren Fritten wieder. 🙂

Neben hungrigen Erfurtern macht ihr auch Menschen glücklich, die größere Sorgen haben als nur den Mittagspausen-Hunger. Was für Spendenaktionen habt ihr bisher unterstützt (oder ins Leben gerufen) und welche läuft derzeit?

Bis jetzt haben wir eine große Spendenaktion durchgezogen – dabei gingen alle Erlöse nach Burkina Faso an der Elfenbeinküste. Uns ist es besonders wichtig, dass alle Spenden direkt und ohne Verwaltungskosten ankommen. Beim letzten Mal konnten wir es dadurch realisieren, dass ein guter Freund das Geld direkt vor Ort umgesetzt hat. Wir haben viele Kinder mit Spielzeug und Schulmaterialien glücklich gemacht. Das war großartig. Ansonsten versuchen wir auch im Bereich Flüchtlingshilfe aktiv zu sein. Wir waren schon mehrmals Sammelort für Kleidung, Hygieneartikel und Co., welche dann auch teilweise von unserer Aushilfe Markus direkt nach Ungarn gefahren wurden. Aktuell haben wir noch kein neues Projekt für unsere nächste Eigen-Aktion – sind aber offen für alles.

Wie kann man sich an euren guten Taten beteiligen und euch unterstützen?

Spätestens dein Trinkgeld hilft. Jeder einzelne Cent geht in unsere Spendenkasse. Ansonsten könnt ihr bei uns auch KEKOA-Jutebeutel kaufen und dafür bezahlen, was ihr wollt. Der Erlös geht dann auch direkt in unsere Spendenkasse und hilft da, wo Hilfe gebraucht wird.

 

Vielen Dank an Sebbi, der trotz des immer-vollen KEKOAS Zeit gefunden hat, mir einen Einblick hinter den Tresen zu geben.


Fotos: © KEKOA

Elisa About Elisa
Elisa ist Erfurter Ersti – sowohl an der Uni als auch in der Stadt. Und weil man beim Studieren nicht genug zu tun hat (und vielleicht auch, weil sie lieber schreibt als paukt), ist sie nun bei Feels like Erfurt gelandet. Hier nimmt sie dich mit ins Erfurter Studentenleben, denn „Wer gut studieren will, der komme nach Erfurt“, das sagte schon Martin Luther. Und damit wird er ja nicht nur das Campusleben gemeint haben, oder?!

2 Gedanken zu „Erfurter im Interview: Sebbi von KEKOA

  • 11. Februar 2017 um 15:07
    Permalink

    Au ja!
    Ich liebe die Süßkartoffelpommes mit Dip!
    Muss unbedingt mal wieder einen Abstecher nach Erfurt und zu Kekoa machen!
    Mist. Jetzt hab ich Hunger.

    Liebe Grüße
    Ina

    Antworten
    • Elisa
      11. Februar 2017 um 22:03
      Permalink

      Hey Ina,
      welchen Dip magst du denn am liebsten? Ich schwanke immer zwischen meiner bewährten Honig-Senf-Soße (oder eben Ketchup) oder endlich mal was Neues auszutesten! Ich kann mich aber nie entscheiden und bleibe deshalb immer bei meiner Gewohnheit. 🙂

      Liebste Grüße
      Elisa

      Antworten

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