Erfurter im Interview: „Platz für kulturelle Ideen und Spinnereien“

Erfurter im Interview: „Platz für kulturelle Ideen und Spinnereien“

Im zweiten Teil meiner Blog-Reihe „Erfurter im Interview“ habe ich mit Lisa, einem Vorstandsmitglied des „Nordbahnhof e.V.“, über das Projekt Nordbahnhof und die kulturelle Szene in Erfurt gesprochen.

 

Wer steckt hinter dem „Projekt Nordbahnhof“? 

Hinter dem Verein stecken ca. 15 Mitglieder im Alter von 18-36 Jahren, die zum größten Teil aus Erfurt stammen. Der Verein „Nordbahnhof e.V.“ ist vorwiegend für die Bespielung des Clubs und Veranstaltungsortes in der unteren Etage zuständig. Das Gebäude des Nordbahnhofs wurde vom Besitzer des Erfurter Plattenladens Nr.1 „Woodstock Recordstore“ gekauft. Der Plattenladen ist bereits in den Nordbahnhof eingezogen.

 

Was ist euer Ziel?

Unser derzeitiges Ziel ist es, den Veranstaltungsort eröffnen zu können. Das heißt vor allem erstmal die letzten Notwendigkeiten aufzubringen. Dafür müssen wir die 100% (also ca. 6.900 €) bei der Crowdfunding- Aktion auf Visionbakery erreichen. Das große, langfristige Ziel ist es aber, endlich einen neuen Veranstaltungsort im Erfurter Norden zu etablieren. In diesem soll Platz für jegliche kulturelle Ideen und Spinnereien sein. Wir wollen damit erreichen, dass es einen weiteren Ort in Erfurt gibt, der zur kulturellen Vielfalt der Stadt beiträgt. Das Stadtgebiet Ilversgehoven bietet dafür unserer Meinung nach noch viele Möglichkeiten, was bei unseren Nachbarn vom interkulturelle Gemeinschaftsgarten, der Saline 34 oder dem Klanggerüst bereits gut zu sehen ist.

 

Was plant ihr alles für die Zukunft?

Wir planen viel und wollen uns doch alles offen halten! Es soll Konzerte, DJ Nächte, Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen geben, aber vor allem möchten wir uns hier kulturell entfalten. Auch andere sollen die Möglichkeit haben, das in diesen Räumen zu tun!

 

Es wurde bereits erwähnt: Ihr habt eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Was genau soll mit dem Geld, das gespendet wird, passieren?

Die knapp 6.900 € fließen in den Innenausbau des Clubs und vor allem in dessen technische Ausstattung. Das heißt speziell in eine ordentliche Lichtanlage, eine stabile Bühne für unsere Künstler und die Barfläche. Das technische Equipment soll möglichst für verschiedene Veranstaltungsformen geeignet, also resistent und flexibel sein. Ebenso sind in der Summe die Crowdfunding-Gebühren enthalten.

 

Was macht Erfurt für euch aus – abgesehen vom Nordbahnhof?

Erfurt hat viele kreative Köpfe, die sich auch von so manchen städteplanerischen Hürden nicht einschüchtern lassen. Es herrscht ein starker Zusammenhalt in der kulturellen Szene und auch außerhalb des innerstädtischen Kreises existieren viele tolle Ecken, die noch mehr entdeckt werden können!

 

Und was mögt ihr nicht so an der Stadt?

In Erfurt wird auf städtischer Ebene der kulturelle Fokus oft auf die historische Vergangenheit der Stadt gelegt. Der Kulturtourismus spielt ebenfalls eine große Rolle. Dabei rückt die gegenwärtige Kulturszene jedoch so manches Mal in den Hintergrund. Kultur, speziell auch die Subkultur, muss sich wie in beinahe jeder Stadt immer wieder von Neuem durchsetzen und so manchen Einschränkungen begegnen. Auch in Erfurt ist das leider oft der Fall gewesen. Aber da gilt es nicht den Mut zu verlieren und weiter zu machen.

 

Was ist euer Geheim-Tipp für alle, die Erfurt noch nicht so gut kennen und entdecken wollen?

Mit einem Coffee to go aus dem „Hilgenfeld“ oder „Peckhams“ über die Marktstraße zur Krämerbrücke. Die Füße in die Gera halten, im „Green Republic“ einen Burger essen. Von dort in die Straßenbahn steigen, um in den Nordbahnhof zu fahren und sich stundenlang mit Musik hören und Platten kaufen beschäftigen 😉

 

Danke für das Gespräch.

 

 

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Hier geht’s zum ersten Teil der Reihe „Erfurter im Interview“ >>>

Jessi About Jessi
Jessi ist seit drei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt an ihrem Erstlingsroman.

4 Gedanken zu „Erfurter im Interview: „Platz für kulturelle Ideen und Spinnereien“

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