Getestet: Der Escape Room Erfurt

Getestet: Der Escape Room Erfurt

Es gibt Dinge, vor denen ich mich wirklich fürchte. Eines dieser Dinge ist in einem Raum eingesperrt zu sein und nicht herausgelassen zu werden. Allein der Gedanke daran hat bis vor kurzem in mir klaustrophobische Panikschübe ausgelöst. Doch wie sagt man so schön? Was mich nicht umbringt, macht mich noch stärker – und so habe ich beschlossen, mich meiner Angst zu stellen. Deswegen habe ich (gemeinsam mit dem Freund!) dem Escape Room Erfurt an meinem Geburtstag einen Besuch abgestattet.

 

Was ist ein Escape Room?

 

Sicher gibt es unter meiner Leserschaft den einen oder die andere, die gerade nicht so recht verstehen können, was ich meine.  Ein Escape Room? Was soll das sein? Im Grunde genommen ist das schnell erklärt. Es handelt sich hierbei um einen Raum, in den du (freiwillig!) eingeschlossen wirst. Anschließend musst du versuchen, ihn wieder zu verlassen. Damit das gelingt, muss ein Schlüssel (Schatz/Bombe/whatever) gefunden werden. Das Kniffelige daran: Ehe du den rettenden Schlüssel in den Händen hältst, musst du allerhand Rätsel und Knobelaufgaben lösen und deinen Hirnschmalz so richtig in Wallung bringen. Klingt nach Spaß? Macht es auch!

 

Vor dem Herauskommen erst einmal hineinfinden

 

Ich muss schon zugeben, dass ich im Vorfeld etwas nervös war, weil ich selbst nicht so ganz genau wusste, was auf uns zukommen würde. Wer kommt schon auf die Idee, sich an seinem Geburtstag einsperren zu lassen? Die Nervosität stieg, als wir an der Location (am Leipziger Platz) ankamen und uns erst einmal auf die Suche nach dem Eingang zum Escape Room machen musste (Ich dachte ja, die Schwierigkeit besteht darin, herauszukommen und nicht hinein…) Als wir schließlich die richtige Tür gefunden hatten, ging es auf knarzenden Treppenstufen nach oben.

 

Dann – die erste Überraschung: Vor mir stand Cornelius, ein Schulkamerad, mit dem ich Abitur in Eisenach gemacht habe. Die Welt ist eben doch ein Dorf. Gemeinsam mit Jan bildet Corn das Herz der Escape Rooms in Erfurt und Weimar. An diesem Abend war außerdem Christiane mit dabei, die die Jungs in Zukunft bei ihren Vorhaben unterstützen wird und gerade noch in der „Anlern-Phase“ steckt. Alle drei waren extrem nett und zu Plaudereien aufgelegt. Genau so wie ich es mag 😉

 

Bevor wir uns ins unser Abenteuer stürzen konnten, wurden wir von Jan – seines Zeichens Spieledesigner und kreativer Kopf der Bande – in das Prinzip des Erfurter Escape Rooms eingewiesen. Grundlegende Dinge wurden geklärt, Fragen wurden gestellt und schließlich gab es auch noch eine kleine Einführung in die Story des Raumes. Ich will nicht zu viel verraten und lasse deswegen nur folgendes durchsickern: Es geht um einen mysteriösen Mordfall!

 

Auf die Plätze, fertig, AAHHH!!

 

Nach vielen informativen Worten und allgemeinem Austausch ging es dann endlich los. Der Freund und ich betraten den Escape Room – und waren erstmal baff. Während wir uns noch verdutzt umsahen und versuchten, das Szenario einzuordnen, startete Jan den Timer (gespielt wird nämlich auf Zeit) und schloss die Tür schließlich mit einem breiten Grinsen ab.

 

Als mein  Gehirn realisiert hatte, dass wir nun eingesperrt waren, merkte ich, wie sich ein Kloß in meinem Hals zu bilden drohte. Ich schluckte ihn erfolgreich herunter und machte mich zugleich ans Werk. Schließlich lief die Uhr bereits und wir mussten unter Beweis stellen, dass wir nicht zu doof sind, um dem Escape Room zu entkommen (Das war nämlich meine größte Angst). Also ran ans Werk!

Escape Room Erfurt_Copyright_Feels like Erfurt 2

Auch an dieser Stelle will ich eigentlich gar nicht weiter ins Detail gehen. Was ich sagen kann, ist folgendes:

 

  • Die Zeit im  Escape Room verging wie im Flug (was wohl an der Isolation und dem Gefühlschaos liegt)
  • Ohne Kommunikation untereinander schafft ihr es nicht, herauszukommen
  • Manchmal ist die Lösung einfacher als gedacht
  • Die Gefühle, die ihr im Escape Room durchlebt, sind mannigfaltig. Meine waren unter anderem: Furcht, Freude, Stolz, Niedergeschlagenheit, Ehrgeiz, Euphorie, Ratlosigkeit, Zweifel (an mir selbst) und Stress.

 

Wie genau es sich anfühlt, im Escape Room eingeschlossen zu sein, kann ich  gar nicht beschreiben. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich zuvor noch nie in meinem Leben gemacht habe und die mich und den Freund auch lange Zeit nach unserer Befreiung noch beschäftigt hat. Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass das Wissen, eingesperrt zu sein, schon nach kurzer Zeit in den Hintergrund rutsche. Ich war mir dessen zwar bewusst, aber viel zu beschäftigt, um intensiver darüber nachzudenken.

 

Der Escape Room Erfurt – Ein echtes Erlebnis

 

Stattdessen ließ ich mich voll und ganz auf das Spiel ein und entdeckte sogar bisher verborgene Seiten an mir. So war ich es beispielsweise, die ein mathematisches Rätsel gelöst hat und ziemlich schnell hinter die Logik von einer anderen Knobelei gekommen ist (beides Felder, die mir eigentlich so gar nicht liegen). Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, gemeinsam mit dem Freund nachzudenken, zu kombinieren, auszuprobieren, (auch mal zu scheitern) und am Ende (nur ganz kurz nach Ablauf der Zeit!) den befreienden Schlüssel in den Händen zu halten.

 

Eine Rätsel-Runde im Escape Room eignet sich meiner Meinung nach besonders gut für Paare und Arbeits-Kollegen (Stichwort: Teamwork). Auch Junggesellenabschiede in kleiner Runde können hier drin sicherlich gut funktionieren. Wichtig ist, dass alle Gruppen-Mitglieder aufeinander hören und es nicht zu viele Alpha-Tiere gibt. Dann passiert es nämlich ganz schnell, dass jeder in seine Richtung denkt und keiner mehr auf das achtet, was der andere sagt.

 

Ein Konzept mit Suchtpotential

 

Was ich nun noch sagen kann, ist: Escape Rooms machen süchtig. Schon kurz nachdem wir uns befreit hatten, stand für den Freund und mich fest: Das war zwar das erste, aber definitiv nicht letzte Raumrätsel für uns. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht alleine sind mit dieser Wahrnehmung.

 

Die gute Nachricht: Wenn auch ihr vom Escape Room-Fieber in Erfurt infiziert werdet, dürft ihr euch schon bald auf neue Projekte von Jan, Cornelius und Co. freuen. Zu viel darf ich leider nicht verraten. Ihr dürft aber auf weitere aufregende Szenarien gespannt sein, die es zu enträtseln gilt. Wer nicht bis zur Fertigstellung der neuen Räume warten kann, kann sich die Zeit bis dahin mit dem Escape-Game in Erfurt oder dem Raumrätsel in Weimar befassen. Der Freund und ich werden das auf jeden Fall machen.

 

Bilder: (c) Jessika Fichtel | Feels like Erfurt

 

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

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