Fotofuchs: „Der Erfurter Norden wird immer stark unterschätzt“

Fotofuchs: „Der Erfurter Norden wird immer stark unterschätzt“

Ich habe es vermutlich schon an die hundert Mal erwähnt, aber an dieser Stelle muss es noch mal raus: Ich liebe meinen Blog dafür, dass er so viele tolle Menschen in mein Leben gebracht hat. Menschen, die mich inspirieren, Menschen, die mich zum Lachen bringen und Menschen, die mich mit ihrem (teils noch unentdeckten) Talent begeistern. Einer dieser Menschen ist Sandy, eine junge Fotografin, die als „Fotofuchs“ ihr Unwesen auf Facebook und Instagram treibt.

Die Geschichte unseres Kennenlernens begann – wenn ich mich richtig erinnere – digital. Ich war auf Sandys wirklich schöne Bilder aufmerksam geworden und sie auf unseren Blog. Wie das halt so ist heutzutage. Dann irgendwann flatterte eine Nachricht vom Fotofuchs in unser Insta-Postfach: „Omg wart ihr das? Mit der gopro?“ Sandy hatte uns beim Drehen unseres Kirschblüten-Videos entdeckt und auch ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mir die flammend roten Haare bekannt vorkamen. Long story short: ein paar Wochen später haben wir uns dann getroffen – um Fotos zu machen. Und weil ich finde, dass Sandy ihre Sache wirklich, wirklich gut macht, will ich sie dir heute in Form eines kleinen Interviews vorstellen.


Hallo Sandy, erzähl doch erst einmal, wer du bist.

Hey, ich bin Sandy, 22 Jahre alt und mein seit Ende 2014 fotografiere ich unter dem „Label“ Fotofuchs. Zur Zeit studiere ich Business Administration im dritten Semester an der FH Erfurt.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich hatte schon als Kind so eine kleine, pinke Kamera, mit der ich immer rumhantiert hab. Später habe ich mir dann von meinem ersten Azubi-Gehalt eine „richtige“ Kamera gekauft, die auch immer noch habe – und dann hat das irgendwie angefangen.

Was fotografierst du besonders gern?

Ich habe eine Vorliebe für Menschen – also… eher außergewöhnliche Menschen. Viele meiner Kollegen gucken ja wirklich auf die Maße ihrer Models, aber das will ich nicht. Mein Konzept ist: Auffallen. Entweder mit einem spannenden Hintergrund oder eben mit dem Menschen, der davor steht.

Also hast du schon so etwas wie eine eigene Handschrift erarbeitet?

Ja, ich versuche, das so gut es geht umzusetzen. Manchmal kommen aber auch Anfragen rein, die nicht so ganz meinem Konzept entsprechen – beispielsweise Pärchen, Freunde und so was.

Soll die Fotografie mal dein Hauptberuf werden oder siehst du es nach wie vor als Hobby?

Hobby! Ich spiele auf jeden Fall mit dem Gedanken, ein Nebengewerbe anzumelden. Aber Fotografieren als Hauptberuf ist nicht mein Ziel. Der Spaß steht weiterhin im Vordergrund.

Gibt es ein Fotoprojekt aus der Vergangenheit, auf das du besonders stolz bist und das du gern hervorhebst?

Auf jeden Fall das Shooting mit euch, weil ihr die Fotos hinterher auch wirklich für unterschiedliche Sachen genutzt habt. Dann fällt mir noch ein Kumpel, der Musiker ist, ein. Den hab ich inzwischen auch schon dreimal fotografiert und dabei sind auch immer ganz coole Sachen entstanden. Die Bilder nutzt er für Flyer und so.

Auf zwei Hochzeiten war ich auch schon. Allerdings muss ich sagen, dass man da als Fotograf wirklich unter enormen Druck steht, dem ich noch nicht gewachsen bin. Man kann halt keine Situation wiederholen. Die Bilder müssen einfach sitzen.

Ist Erfurt fotogen?

Ja, auf jeden Fall. Erfurt bietet viele Fotomotive. Gerade in der Anfangszeit, als ich noch nicht lange hier gewohnt habe, fand ich Erfurt extrem vielfältig. Mittlerweile hat man aber alles schon x-mal gesehen und denkt sich: Ach, ich kann ja auch mal woanders hinfahren zum Fotografieren.

Welche Orte in Erfurt sind gut zum Fotografieren?

Ich finde die kleinen Gassen in Richtung Talknoten sehr schön. Ansonsten auf jeden Fall der Petersberg und Klein Venedig. Was meiner Meinung nach stark unterschätzt wird, ist der Erfurter Norden mit den vielen Hochhäusern. Für den Bereich Street-Fotografie finde ich das wirklich spannend.

Was sind deine Tipps für Fotografie-Anfänger?

Ich finde, man sollte unbedingt gelassen an die Sache herangehen und nicht alles überstürzen. Ich mache außerdem nur das, was mir gefällt – und nicht das, was man vielleicht von mir erwartet oder was vielleicht die anderen machen. Ehe man fotografiert, ist es außerdem sinnvoll, sich ein Konzept zu überlegen und das Shooting in groben Zügen vorzubereiten. Und ganz wichtig: Eigene Ideen entwickeln und nicht den anderen alles nachmachen.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Sandy.

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Liebste Grüße,

Jessi

Fotos: © Sandy Schulz | Fotofuchs

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

Ein Gedanke zu „Fotofuchs: „Der Erfurter Norden wird immer stark unterschätzt“

  • 11. September 2017 um 17:19
    Permalink

    Danke Jessi für dieses coole Interview, dieser Kupferfarbender Foto-Engel mit herzlichen Blick und gutem Körper scheint ja echt Talent zu haben. Obwohl ich denke das Sie in anderen Bereichen genau so talentiert ist wie beim Fotografieren =) Ich und andere würden sich freuen bald Mal wieder was von ihr hier zu lesen. Liebe Grüße euer reinstecke Fuchs <3

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