Sarah von Papilio Art & Illustration

Sarah von Papilio Art & Illustration

Vor ein paar Wochen bin ich bei Instagram zufällig über Sarah und ihre wunderschönen Illustrationen gestolpert. Wie es der Zufall weiter will, eröffnet sie am nächsten Samstag ihre erste Kunstausstellung in Erfurt! (Nagut, das Timing diesbezüglich haben wir vielleicht etwas angepasst.) Ich hatte also allen Grund, mir die Künstlerin, die einst gar keine sein wollte, mal im Interview vorzuknöpfen und mit Fragen zu löchern. 😉


Hallo Sarah. Dich und deine Illustrationen kennt man auch unter dem Namen ‚Papilio‘ – was hat es damit auf sich?

Papilio ist mein Pseudonym und eigentlich nur das lateinische Wort für „Schmetterling“. Mir gefällt dieses Insekt sehr, denn obwohl es so zerbrechlich ist, können manche Arten ganze Ozeane überfliegen. Und mir gefällt der Schmetterlingseffekt.

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Nun ich male, seit ich als kleines Kind einen Stift in der Hand halten konnte… Irgendwie konnte ich nie aufhören zu malen, habe immer neue Motive, vor allem Tiere in ihren Lebensräumen, auf’s Papier bringen wollen.

Komischerweise habe ich mich, bis ich 21 wurde, nie als Künstlerin sehen wollen. Ich glaube, als ich meine Facebookseite erstellt habe (müsste so 2013 gewesen sein), stand da wirklich für ein paar Wochen in der Info: „Hi ich bin Sarah. Ich bin keine Künstlerin, sondern einfach nur jemand der gerne malt!“

Damals war es mir sogar unheimlich wichtig, ja nicht als Künstlerin wahrgenommen zu werden. Ich habe das Klischee gehasst… Was sieht man denn meist in modernen Gallerien? Leinwände voller Geschmiere oder Banalitäten zu überteuerten Preisen, ausgezeichnet von alten Säcken in schwarzen Rollkragenpullovern, die dann mit einem Sammelsurium aus Fachbegriffen und Konzepten versuchen, dem, was sie kreiert haben, einen tieferen Sinn zu geben. Irgendwann sollte doch auch im Elfenbeinturm zu wenig Platz sein…

Ich denke, durch meinen ersten kommerziellen Erfolg habe ich mich dann wirklich als Künstlerin sehen müssen. Realität ist, dass „jemand der einfach nur gern malt“ keine Bilder verkauft.

Vor rund 3 Jahren malte ich einen bekannten Platz meiner Heimatstadt Görlitz in dem Szenario „200 Jahre nach der großen, die Menschheit dahinraffenden Katastrophe“.

Ich habe lange an dem Bild gesessen, die Vorstellung, wie sich die Natur alles zurückerobern würde, fasziniert mich heute immer noch. Aber ich hätte nie und nimmer gedacht, dass die Görlitzer so sehr darauf abfahren würden… auf einmal riefen und schrieben mich Leute an, die tatsächlich das Bild kaufen wollten.

Wahnsinn. Für eine 19-Jährige, die so abgeneigt von der Kunstwelt war, war das erstmal eine komische Neuheit.

Schritt für Schritt und vor allem durch inspirierende Gesprächen mit tatsächlichen Künstlern kann ich mich heute immer mehr mit der Berufung anfreunden. Das ist aber ein Prozess, der noch nicht zu Ende ist, immerhin habe ich erst letztes Jahr damit angefangen…

Wie würdest du deinen Stil in einem Satz beschreiben?

Die Tatsache, dass ich es in einer halben Stunde nicht geschafft habe, diese Frage in einem Satz zu beantworten, ist meine Antwort. Ich kann dir aber ein paar Adjektive nennen, die meinem Stil näherkommen:

aufgeladen, detailliert, phantastisch, meditativ

Eine kleine Anekdote dazu: Meine Mutter meinte mal, man könnte alle meine Bilder unter der Aufgabenstellung „Finde den Toten!“ betrachten. 🙂

Was hast du nach dem Studium vor? Willst du dein Geld dann hauptsächlich über die Kunst verdienen?

Nun, wenn ich im Sommer mit meinem Bachelor fertig bin, werde ich erstmal ins Ausland gehen und dort nochmal was Anderes studieren oder arbeiten… vielleicht wirklich mal was mit Kunst.

Ich denke, das Malen wird immer Teil meines Lebens sein, auch wenn ich später einen anderen Job mache.

Dass Künstler von dem, was sie malen, auch wirklich leben können, entscheidet heute nicht das Talent, nicht der Charakter, vielleicht die Kontakte aber hauptsächlich der Zufall. Hinzu kommt, dass ich niemanden kenne, der nur durch die Kunst genug Geld verdient, geschweige denn einen Eindruck von jenen Sphären habe.

Ausschließen möchte ich es nicht, die Vorstellung irgendwann mein eigenes Atelier zu haben und Menschen durch meine Bilder zu inspirieren klingt gut, aber das, was ich will, kann ich auch auf anderen Wegen erreichen.

Welches deiner Werke magst du selbst am liebsten?

Hm, schwierige Frage, aber ich entscheide mich doch für das Bild „Alice“, was letztes Jahr im März entstand. Für mich ist es deshalb besonders, weil es unter ganz anderen Umständen gemalt wurde.

Bei diesem Bild ging es in erster Linie darum, meine Erfahrungen und Gefühle zu verarbeiten. Sonst habe ich meist gezeichnet, um mich technisch zu verbessern oder um zu sehen, wie Dinge, die ich vorher noch nie gesehen habe, wohl aussehen würden. Zumindest war das Bild „Alice“ das erste, in dem ich bewusst Dinge verarbeitet habe. Mit Sicherheit zeigt sich auch in den früheren Bildern die Tendenz, negative Erfahrungen zu kompensieren… aber während der Entstehung dieses Bildes war es mir voll und ganz bewusst und dadurch irgendwie ein Meilenstein.

Was für eine Technik hast du dafür angewendet und welche benutzt du außerdem häufig?

Dieses Bild ist digital entstanden, mit einem Grafiktablet und Photoshop. Die Möglichkeiten dieses Mediums sind unendlich! Der einzige Nachteil ist nur, dass es kein „Original“ gibt und ich immer wieder auf die Geräte angewiesen bin. Das Bild „Alice“ wird wahrscheinlich das letzte digital-gemalte Bild sein, da mein Computer langsam senil wird…

Ansonsten arbeite ich sehr gern mit schwarzen Finelinern, Aquarellfarben und skizziere fast immer mit Bleistift.

Wovon lässt du dich inspirieren?

Von all dem was mich umgibt und in mir vorgeht.

Aber inspiriert werde ich auch von anderen Menschen, besonderen Werken, der Natur, Filmen und Serien oder neuen Mal-/Zeichentechniken.

Krämerbrücke, Dom oder einfach Stadtleben – lassen sich in deiner Kunstmappe auch Erfurter Motive finden? Was hast du festgehalten und warum?

Da gibt es einmal eine Illustration des Erfurter Doms aus dem Jahr 2015 und eine sehr detaillierte Bleistiftzeichnung der Krämerbrücke.

Ich wollte zu dieser Zeit einfach mal raus und war richtig überrascht, wie viele freundliche Erfurter es gibt, die einem gern über die Schulter schauen. Draußen zu zeichnen und immer wieder in ein kurzes Gespräch verwickelt zu werden war eine gute Erfahrung. Mal sehen, vielleicht seht ihr mich, wenn es dann wieder wärmer wird, in einer der schönen Gassen Erfurts irgendwo mit Stift und Papier sitzen…

Die Motive habe ich ausgewählt, weil sie trotz ihrer häufigen Verwendung auf Postkarten etc. immer wieder interessant sind. Ach ja und den Bereich Architektur und Perspektive kann man so gut üben…

In Erfurt gibt es ja eine ganze Menge Kreativköpfe, die deine Leidenschaft teilen. Welche sind deine Favoriten und was magst du so an ihnen?

Julian vom Atelier Zork ist super nett, macht coole Sachen und natürlich Steffen „Damokles“, mit dem man über eigentlich alles, aber vor allem Kunst, philosophieren kann!

Du eröffnest zusammen mit Damokles Art bald eine eigene Kunstaustellung in Erfurt. Erzähl doch mal: Wann und wo kann man euch finden und warum sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen?

Auf der Ausstellung bekommt man wirklich viel geboten! Ich stelle zum ersten Mal hier in Erfurt alles aus, was in den letzten 6 Jahren entstanden ist und in das Konzept „Explore & Escape“ passt. Steffen „Damokles Art“ zeigt Bilder, deren Prozesse unter anderem einen wichtigen Teil der Ausstellung ausmachen werden. Sein Thema lautet „Birth & Rebirth“.

Ab Samstag, den 25. Februar, hängen unsere Bilder für 4 Wochen im „Retronom“, das findet ihr ganz zentral auf der Johannesstraße 17A, nicht mal 5 Minuten vom Anger entfernt. 20 Uhr beginnt die Vernissage mit einer Laudatio und einem Gläschen Sekt für die ersten Besucher. Danach habt ihr die Möglichkeit, volle Wände mit richtig vielen Bildern aus den Bereichen Aquarell, Acryl, Digitales, Grafik, Skizze und Text zu sehen! Hingehen kostet nichts, ladet Freunde und Bekannte ein, wir freuen uns auf euch… ab 22 Uhr wird dann die Musik auch lauter gedreht. 😉

Wo kann man die Papilio-Illustrationen außerdem noch kaufen?

Derzeit nur über eine Anfrage. Wenn du an einem Bild interessiert bist, schreib mir auf meiner Facebookseite oder sende eine Mail an papilioart.illustration@googlemail.com.

Außerdem wird während der Ausstellung eine Preisliste ausliegen, auf der ihr dann die Preise sehen könnt, ohne mich vorher zu fragen oder anzuschreiben. Wenn ihr dann ein Bild kaufen wollt, müsst ihr trotzdem erst mit mir (persönlich oder virtuell) in Kontakt treten. Solltet ihr nicht in Erfurt und Umgebung wohnen, schicke ich euch euer Wunschbild auch nach Hause.

Normalerweise bin ich mit einem Großteil meiner Werke auf Comic Cons unterwegs. Aber diejenigen, die nicht nach Berlin, Stuttgart oder Dortmund fahren werden, können mich auch an meinem Stand auf dem Erfurter Comicpark (06-07. Mai im Egapark) besuchen und dort das Sortiment begutachten.

Ein großes Dankeschön an Sarah, die sich Zeit für meine Fragen genommen hat – auch für die super kniffligen. 🙂

Fotos und Bilder: © Papilio Art 

Elisa About Elisa
Elisa ist Erfurter Ersti – sowohl an der Uni als auch in der Stadt. Und weil man beim Studieren nicht genug zu tun hat (und vielleicht auch, weil sie lieber schreibt als paukt), ist sie nun bei Feels like Erfurt gelandet. Hier nimmt sie dich mit ins Erfurter Studentenleben, denn „Wer gut studieren will, der komme nach Erfurt“, das sagte schon Martin Luther. Und damit wird er ja nicht nur das Campusleben gemeint haben, oder?!

2 Gedanken zu „Sarah von Papilio Art & Illustration

  • 18. Februar 2017 um 11:35
    Permalink

    Na das nenne ich wenigstens mal KUNST weiter so , was man so sehen konnte finde ich sehr schön

    Antworten
    • Elisa
      19. Februar 2017 um 23:20
      Permalink

      Da bin ich auf deiner Seite 🙂
      Check unbedingt mal ihre Facebookseite, da gibt es noch so viel mehr Schönes zu sehen!

      Liebste Grüße,
      Elisa

      Antworten

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