„Erfurt ist eine so kinderfreundliche Stadt – man sieht es nur nicht“

„Erfurt ist eine so kinderfreundliche Stadt – man sieht es nur nicht“

Lang, lang ist es her, dass ich das letzte Interview hier auf dem Blog veröffentlicht habe. Doch heute soll es endlich mal wieder so weit sein.

Durch meine regelmäßigen Ausflüge in den Erfurter Coworkingspace Krämerloft habe ich schon viele tolle, inspirierende und motivierende Menschen kennengelernt. Eine Person, die mir in den letzten Monaten besonders ans Herz gewachsen ist, ist Doreen, die Gründerin und Chefredakteurin von „Kinder in Erfurt“.

Doreen und mich verbindet vieles – und doch sind wir komplett unterschiedlich. Genau aus diesem Grund schätze ich die Gespräche und den Austausch mit ihr so sehr. Ich glaube, wir konnten beide schon eine ganze Menge von der anderen lernen… und wir sind noch lange nicht am Ende angekommen.

Umso mehr freut es mich, dass ich dir Doreen, die Mutti von „Kinder in Erfurt“, in der neuesten Ausgabe von „Erfurter im Interview“ einmal etwas genauer vorstellen darf. Viel Spaß beim Lesen 🙂


Hallo Doreen, stell‘ dich doch erst einmal vor. Wer bist du und was machst du?

Hallo Jessi, mein Name ist Doreen. Ich bin verheiratet, habe zwei willensstarke und zauberhafte Töchter und komme ursprünglich aus Hermsdorf in Ostthüringen. Über den Umweg München bin ich vor 20 Jahren hier in Erfurt gelandet. Hier habe ich relativ lang im öffentlichen Dienst gearbeitet – zum Beispiel als Pressesprecherin. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass das alles nicht so passig war, habe gekündigt, mich an den Bedürfnissen meiner eigenen Familie orientiert und schließlich „Kinder in Erfurt“ gegründet. Außerdem bin ich Kinderstadtführerin und schreibe gelegentlich Beiträge für Bücher und unterschiedliche Medien.

Was ist „Kinder in Erfurt“?

Informationen. Schön aufbereitet. Bunt. Erfurt.

„Kinder in Erfurt“ ist letztlich all das, was Erfurt für Familien zu bieten hat – wobei ich sicherlich gar nicht alles abbilde, was es hier so gibt. Erfurt ist eine so tolle, kinderfreundliche Stadt – man sieht es nur nicht. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand die Idee einer Internetseite, die ich nach und nach aufgebaut, immer mal wieder verworfen und schließlich realisiert habe.

Wie kann man sich die Entstehungsgeschichte von „Kinder in Erfurt“ vorstellen?

Am Anfang muss man natürlich eine Idee haben, die sich bestenfalls an den eigenen Bedürfnissen orientiert. Mein Ziel war es, alle Angebote, die es für Kinder in Erfurt gibt und die meist unter zig verschiedenen Informationsquellen zu finden sind, an einem Ort zu bündeln.

Zu dem Zeitpunkt, als die Idee geboren wurde, war ich selbst noch im Angestelltenverhältnis. „Kinder in Erfurt“ wurde für mich aber schnell eine Aufgabe, die ich mir sehr gut vorstellen konnte. In Gedanken hatte ich alles schon fertig, aber wie eine Internetseite funktioniert und wie man sie aufbaut – davon hatte ich keine Ahnung.

Also habe ich mir Leute gesucht, die Ahnung hatten. Mit denen habe ich mich unterhalten und die haben mir letztlich auch sehr geholfen. Man zahlt am Anfang natürlich viel Lehrgeld, aber schließlich war mein Projekt auf dem richtigen Kurs.

Was ich letztlich am meisten gebraucht habe, war Mut. Ich erinnere mich noch genau an den entscheidenden Moment: Ich stand damals an einer Ampel am Juri-Gagarin-Ring, die irgendwann von Rot auf Grün sprang. In diesem Augenblick dachte ich mir: „Okay, genau jetzt geht es los.“

Wann war das? Seit wann gibt es „Kinder in Erfurt“?

Seit dem 1. Juni 2014. Wir sind also pünktlich zum Kindertag online gegangen.

Seitdem hat sich die Seite in vielerlei Hinsicht stetig weiterentwickelt und verändert. Du hast mittlerweile zum Beispiel zwei Co-Autorinnen. Wie kam das zustande?

Suse ist eine langjährige Freundin, der ich von meiner Idee erzählt hatte. Sie war eine der ganz wenigen, die mich sofort verstanden haben und meinte schließlich, sie würde gern dabei sein. Katharina arbeitet in der Kinderbuchhandlung „Tintenherz“. Ich habe sie damals besucht, weil ich ihren Chef wegen einer Kooperation sprechen wollte. Der war allerdings nicht da, also haben wir beide uns unterhalten. Es war dann wie bei Suse: Der Funke sprang über und sie wollte gern mitmachen. Mittlerweile hat jede von uns ihre eigenen Rubriken.

Was sind deine drei besten Tipps für Kinder in Erfurt?

(überlegt lang)

Mmmhh… Ich würde als erstes eine Kinderstadtführung machen. Ich finde, dass Erfurt ganz viele Geschichte(n) in sich birgt. Wenn man einen Stadtführer hat, der Kindern dafür die Augen öffnen kann, ist das wirklich großartig. Dann empfehle ich einen Besuch in der Schotte. Das Ambiente und die Stimmung, die dort herrscht, mag ich wirklich sehr gern. Und mein dritter Tipp ist ein Eis hinter der Krämerbrücke essen und dabei Fledermaus-Apparat entdecken.

Es ist allerdings wirklich schwierig, Erfurt auf drei Tipps zu reduzieren. Die Stadt ist einfach viel zu bunt und reichhaltig. Das Angebot für Kinder ist wirklich umfangreich. Was man empfiehlt, hängt auch immer stark vom Alter und den Interessen ab.

Möchtest du uns abschließend noch einen kleinen Ausblick für „Kinder in Erfurt“ geben?

Ich bin sehr an den Bedürfnissen meiner Leser interessiert. Darum schaue ich ganz genau hin und frage auch nach. Dadurch hat sich die Seite immer wieder verändert. Demnächst würde ich gern eine neue Rubrik eröffnen – zu einem Thema, das gerade viel Bewegung mit sich bringt: Flohmärkte für Kinder. Was mir auch ein Bedürfnis ist, sind Ausflugsziele etwa eine halbe Stunde um Erfurt herum. Außerdem habe ich mich dazu entschlossen, nun auch zu bloggen. Ich finde, dass bestimmte Themen einfach mehr Worte brauchen, um erklärt zu werden. Das möchte ich jetzt einfach gern tun. Und zu guter Letzt gibt es ein ganz spannendes Buchprojekt. Aber darüber kann und will ich jetzt noch nicht so viel berichten. Nur so viel: Es geht dabei um ein Stück Geschichte von Erfurt, das wir gern Kindern erklären und näherbringen wollen.

Das klingt ziemlich spannend und nach viel Arbeit! Aber du strahlst so sehr beim Reden. Das ist der beste Beweis dafür, dass du es mit dem Herzen machst. Ich danke dir für das Gespräch, liebe Doreen.


Liebste Grüße, 

Jessi

Fotos: Jessika Fichtel | Feels like Erfurt

 

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

8 Gedanken zu „„Erfurt ist eine so kinderfreundliche Stadt – man sieht es nur nicht“

  • 13. November 2017 um 15:54
    Permalink

    Liebe Jessi, was für ein schönes Interview, ganz furchtbar dolle Danke! Als Dauerleserin und große Bewunderin deines Blogs bin ich mächtig stolz, nun ein kleiner Teil von Feels like Erfurt zu sein. Und ja liebe Jessi es stimmt, wir sind völlig unterschiedlich und trotzdem verbindet uns vieles.

    Antworten
  • 13. November 2017 um 18:18
    Permalink

    Ein tolles Interview 😊. Ich hoffe so sehr im kommenden Jahr als Erzieherin nach Erfurt zurückkehren zu können und mit den Kindern gemeinsam die drei Tips (und natürlich noch viel mehr) von Doreen entdecken zu können. 😍 Liebe Grüße

    Antworten
    • Jessi
      15. November 2017 um 11:00
      Permalink

      Liebe Jule,
      ich drücke dir ganz fest die Daumen. Dann steht auf jeden Fall unser Kaffee-Date aus 🙂

      Viele Grüße,
      Jessi

      Antworten
  • 13. November 2017 um 21:32
    Permalink

    Tolle Seite, schönes Interview !

    Antworten
    • Jessi
      15. November 2017 um 11:00
      Permalink

      Hallo Jeannette,
      danke für das liebe Feedback.

      Jessi

      Antworten
  • 15. November 2017 um 10:47
    Permalink

    Hallo liebe Jessi!
    Als Erfurterin und zweifache Mama gefällt mir der Beitrag natürlich ganz besonders gut 🙂 Ich kannte Kinder in Erfurt schon vorher, wusste aber noch nicht, wie viel tatsächlich dahintersteckt. Freue mich sehr auf das, was noch kommt und uns Familien in Erfurt erwartet!
    Liebste Grüße,
    Anni

    Antworten
    • Jessi
      15. November 2017 um 10:59
      Permalink

      Hey Anni,

      freut mich, dass das Interview bei dir einen kleinen Aha-Effekt ausgelöst hat.

      Liebe Grüße,
      Jessi

      Antworten

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