#Kolumne: Tschüss Sommer, hallo Herbst ?

#Kolumne: Tschüss Sommer, hallo Herbst ?

Der Sommer 2016 war… naja, nennen wir ihn mal meteorologisch korrekt durchwachsen. Die große Hitze wie im letzten Jahr blieb aus, was auch gut war, doch mit den fehlenden (dauerhaft) warmen Temperaturen fehlte auch irgendwie dieses ganz besondere Sommer-Gefühl. Ja, ja, wir Deutschen – egal, wie es ist, das Wetter schafft es nie, uns zufriedenzustellen und während ich diese Zeilen schreibe, muss ich auch ein kleines bisschen über mich selbst schmunzeln. „Fällt dir echt nichts besseres ein, als übers Wetter zu schreiben und deine Leser damit zu langweilen?“  Verstehe mich bitte nicht falsch. Nichts liegt mir ferner, als nachfolgend über das Wetter zu motzen. Dieser Beitrag soll vielmehr eine Bilanz sein, die den Sommer verabschiedet und den Herbst begrüßt.

Einmal Sommergefühle bitte!

Ja, es gab sie, diese hochsommerlichen Momente in Erfurt, an dich ich mich wahrscheinlich noch nächstes Jahr und vielleicht auch noch später erinnern werde. Da war zum Beispiel mein Besuch im Maislabyrinth zusammen mit dem Freund und anderen Menschen, die ich sehr gern mag. Alter Schwede, war das hot an diesem Tag!!! Ich entschuldige dieses unappetitliche Detail, aber: Mir lief der Schweiß! Ich hätte echt nicht gedacht, dass es im Maisfeld so wenig Schatten gibt… Zum Glück war das auf dem restlichen Areal etwas anders. Hier retteten uns kühle Getränke, lauschige Schattenplätze und eine Kicker-Partie den Tag 😉

Maislabyrinth Erfurt

Nicht ganz so schweißtreibend, aber ebenso wundervoll und sommerlich war das Yoga im Park, das ich in diese Jahr zum ersten Mal erleben konnte und das ich (rückblickend) vielleicht doch noch etwas öfter hätte besuchen sollen.
So richtig, richtig sommerlich wurde es außerdem nochmal am letzten August-Wochenende. Streetfood Festival, Diner en blanc, koCOLORes – alle ächzten unter der Hitze und trauten sich doch nicht so recht, sie zu verteufeln. Wir wollten Sommer und wir bekamen ihn endlich auch. Wer sich da noch traute, zu meckern, dem wurde sofort der schwarze Peter zugeschoben.

Der kleine Sommer möchte bitte aus dem Bällebad abgeholt werden

Aber sonst? Ich weiß auch nicht so recht. Was waren das beispielsweise für Domstufenfestspiele? Ständig sah man sie: Diese Leute im schicken Zwirn, die die opulente Opernrobe auf ziemlich fragwürdige Weise mit Regenponchos (wahlweise farbenfroh oder durchsichtig) kombinierten. Denke ich zurück an das Krämerbrückenfest und die fête de la musique, fällt mir ebenfalls ziemlich schnell das wechselhafte Wetter ein. Tolle, wirklich gelungene Veranstaltungen, die Erfurt bereichert haben – keine Frage – aber so richtig sommerlich war das doch nicht!?

Mir wird besonders bewusst, wie mittelmäßig dieser Sommer war, wenn ich mir meine Badebilanz vor Augen führe:

  • See: 1×
  • Freibad: 0×

Ja, okay, ich hätte sicher öfter gehen können. Aber immer dann, wenn es sich der Sommer mal überlegt hat, mitzuspielen, hatte ich keine Gelegenheit. Wenn es meine Feierabendpläne dann überraschenderweise doch zuließen, mich in die kühlen Fluten zu schmeißen, war der Sommer scheinbar mal wieder eingeschnappt und saß schmollend in der Ecke. So macht das echt keinen Spaß!

Dann eben den Herbst genießen

Mein Fazit: Sommer 2016, du warst zwar ganz okay, aber echt keine Wucht. Da geht echt noch mehr. Nächstes Jahr vielleicht (Hoffentlich. Ganz bestimmt. Biiiiitte!!!!). Und auch wenn der Herbst gerade versucht, die Kapriolen des Sommers auszubaden – und das auch absolut willkommen und wundervoll ist – wird es doch höchste Zeit, sich von den sommerlichen Gefühlen zu verabschieden. Ist aber auch gar nicht schlimm, denn so ein goldener und kunterbunter Herbst hat doch auch etwas Wunderbares. Mal sehen, was uns Erfurt in den kommenden Wochen und Monaten alles bieten kann- sprach sie und machte sich auf die Suche nach Übergangsjacke und Strickschal.

wpid-img_20151011_215602.jpg


Liebste Grüße,

Jessi

Fotos: © Jessika Fichtel | Feels like Erfurt

 

Jessi About Jessi
Jessi ist seit zwei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt gerade an ihrem Erstlingsroman.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.