Let’s Talk Money mit Anke Senebald: Früher an später denken

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Let’s Talk Money mit Anke Senebald: Früher an später denken

Inhaltsübersicht
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*Vor Kurzem haben wir euch Anke vom Zukunftskontor hier vorgestellt. In diesem Gast-Beitrag von Anke dürft ihr euch auf hilfreiche Impulse aus der Welt der Finanzen freuen.

Die Morgensonne blinzelt mit ihren wärmenden Strahlen durch die Blätter der Bäume, während ich auf meinem Balkon sitze und den Tag entspannt mit einem leckeren Kaffee begrüße. Kann mich mal jemand kneifen? Auch nach gut 2 Monaten habe ich noch immer nicht ganz realisiert, dass ich jetzt wirklich in Erfurt wohne und nicht nur zu Besuch bin. Dabei ist in dieser Zeit schon so viel passiert! Ich habe mein erstes Büro angemietet und durfte schon einige von euch nicht nur digital, sondern auch persönlich kennenlernen! Es freut mich unglaublich, dass ihr so motiviert seid, die Weichen für eure finanzielle Zukunft zu stellen. Daher möchte ich euch mit diesem Artikel noch mehr Inspiration und nützliche Tipps an die Hand geben. Viel Freude beim Lesen!

Spar dir das! Über die neue Form der Selbstfürsorge

“Warum sparst du?” Diese Frage stellte ich vor kurzem einer lieben Kundin zu Beginn einer Beratung. Damit wollte ich herausfinden, welche Motivation hinter ihrer Disziplin steckt, monatlich einen beachtlichen Betrag beiseite zu legen. Genauso habe ich auch schon Menschen getroffen, die komplett aufs Sparen verzichten. Frei nach dem Motto: ‘Ich lebe im Hier und Jetzt und möchte mein Leben ja auch genießen.’ In der aktuellen Zeit von rasant steigenden Preisen, die sich mittlerweile überall bemerkbar machen, fällt es vielen natürlich auch nicht leicht, überhaupt sparen zu können. Doch warum ist es wichtiger denn je?

Lebenslange Ausgaben brauchen lebenslange Einnahmen

Unser gesellschaftliches System sieht vor, dass wir Stand heute bis zum Alter 67 arbeiten und dann in die wohlverdiente Rente gehen. Die gesetzliche Rente bildet dabei die Grundlage für unser Einkommen im Alter und beruht auf dem Generationenvertrag von 1957. Die Jüngeren zahlen ihre Beiträge in die Rentenversicherung ein, wovon die Renten der heute Älteren ausbezahlt werden. Damals war das ein guter Gedanke, doch heute bröckelt das System. Mehr noch, es ist so einsturzgefährdet wie die letzten wenigen Häuser in Erfurt, die noch auf eine Kernsanierung warten.

Wir Menschen werden statistisch immer älter, wodurch immer mehr Rentner immer länger aus dem gemeinsamen Rententopf schöpfen. Auf der anderen Seite gibt es durch geburtenschwache Jahrgänge immer weniger junge Leute, die in diesen Rententopf einzahlen. Wie sollen da die Renten steigen und uns auch in 30 oder 40 Jahren den Lebensstandard sichern?

Früher an später denken

Die letzte Frage war rhetorisch gemeint, denn sie tun es nicht. Die Rentenlücke wird immer größer. Deshalb ist es umso wichtiger, privat vorzusorgen, wofür es zahlreiche Möglichkeiten gibt. Doch nicht nur im Alter brauchen wir Geld. Wie sieht es mit all den Träumen und Wünschen aus, die uns schon jetzt begleiten?

In meinem Freundeskreis hat kaum jemand mehr Lust, dauerhaft nur zu arbeiten und die großen Reisen und Hobbies auf später zu verschieben. Sei es die 4-Tage Woche, eine berufliche Auszeit oder gar eine komplette Neuorientierung, all das ist heute keine Seltenheit mehr. Die Lebenswege werden individueller, weniger geradlinig. Immer mehr folgen ihrer Intuition, wagen Neues, probieren sich aus. Mit ausreichenden finanziellen Rücklagen ist all das möglich. Wer also von dem Gedanken, nur für die Rente zu sparen, noch abgeschreckt ist, darf sich gerne einmal fragen, wie er oder sie in 5 oder 10 Jahren leben möchte.

Pay yourself first! Das bist du dir wert.

Ein Großteil des Einkommens ist für Fixkosten wie Miete und Strom vorgesehen und nicht selten wird ebenso viel für Konsum wie Lebensmittel und Vergnügen ausgegeben. Nach einer einfachen Faustregel sollten jedoch auch mindestens 20, besser 30% vom Einkommen gespart werden für kurz-, mittel-, und langfristige Ziele.

Ein ausreichendes Rücklagenpolster auf dem Konto von ca. 2 Nettogehältern dient dir, um unvorhergesehene Reparaturen oder Nachzahlungen zu begleichen. Ebenso kannst du spontaner entscheiden, ein verlängertes Wochenende in der Natur anzutreten oder dir das tolle Kleid aus dem Schaufenster zu gönnen, an dem du so oft vorbeigelaufen bist.

Lässt du es noch auf den Zufall ankommen und sparst den Betrag, der am Ende des Monats übrig bleibt? Wie wärs, du definierst zu Beginn des Monats, wenn dein Gehalt eingeht, eine Summe, die du dir für deine Wünsche beiseite legen möchtest. “Pay yourself first”, weil du es dir wert bist. Mache das Sparen zum Teil deiner Selbstfürsorge, denn es ermöglicht dir, finanziell beweglicher zu sein. Dabei kann es hilfreich sein, auf ein zweites Konto bei einer anderen Bank zu sparen, um die Hürde zu erhöhen, doch einfach auf die Rücklagen zurückzugreifen.

Renditen sind die neuen Zinsen

Sind die Rücklagen erst einmal aufgebaut, ist es Zeit, den nächsten Schritt anzugehen und vom Sparen ins Investieren zu kommen. Auf dem Konto und dem Sparbuch gibt es so gut wie keine Zinsen mehr. Stattdessen greift die Inflation mit zuletzt unglaublichen 7,9% im August 2022 zu, wodurch dein Geld stark an Wert verliert. Die einzige Chance, diesem Wertverlust entgegenzuwirken und langfristig Vermögen aufzubauen, ist durch das Investieren in Sachwerte wie zB. Aktien, Immobilien oder Edelmetalle.

Was in anderen Ländern bereits Normalität ist, ruft in Deutschland oft noch Berührungsängste hervor. Umso wichtiger ist es daher, ausreichendes Wissen darüber zu erlangen, welche Geldanlagen für die individuelle Situation Sinn ergeben und wie sie funktionieren. Je höher der Wunsch nach Rendite, also der Aussicht auf Gewinnchancen, desto höher ist auch das Risiko für Kursschwankungen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und Risiko zu gewährleisten sowie die Wahl der richtigen Geldanlage ist die Herausforderung einer guten Finanzplanung.

5 schnelle Tipps für mehr Einnahmen und weniger Ausgaben

  • Überprüfe deine Ausgaben: Nimm dir einen Kontoauszug vom letzten Monat (oder schau im Onlinebanking) und überprüfe, welche Ausgaben du hattest. Welche Ausgaben waren wirklich nötig, welche kannst du zukünftig reduzieren?
  • Frage dich vor der nächsten Anschaffung: Brauche ich das wirklich und wird es ein neues Lieblingsteil? Schlafe ein paar Nächte drüber und schaue, ob es dich dann noch immer anspricht.
  • Nutze 2 Konten bei 2 verschiedenen Banken, eines für deine Konsumausgaben, das andere zum Sparen. Das hilft dir für einen besseren Überblick und unterstützt deine Spardisziplin.
  • Reduce & Recycle: Verkaufe, was du nicht mehr brauchst, wie Klamotten, Bücher, ungeliebte Möbel oder Kleinkram. Hierfür gibt es zahlreiche Onlineplattformen. Ganz nebenbei unterstützt du den Nachhaltigkeitsgedanken und sorgst dafür, dass weniger Neues produziert wird.
  • Fang noch heute damit an. Nicht nächste Woche, nicht in einem Monat und schon gar nicht erst nächstes Jahr! Heute 1 Euro, morgen 2 Euro und übermorgen 3 Euro. Wieviel bekommst du bis zum Jahresende zusammen?

Zur Autorin: Anke ist eine waschechte Erfurter Puffbohne und nach vielen Jahren im Ausland und den deutschen Metropolen wieder in die Heimat zurückgekehrt. Ihre Vision: Am besten ganz Erfurt für das Thema Finanz- und Vermögensberatung zu begeistern und somit den Träumen und Wünschen von vielen Flügel verleihen. Mehr Tipps und Einblicke findest du auf Ankes Instagram. Wenn du Lust bekommen hast, deine Finanzen ganzheitlich anzugehen, schau gerne auf der Website vom Zukunftskontor vorbei.

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