Grauer Himmel und bunte Enten

Nach langer Ankündigung war es gestern endlich soweit: Ich besuchte mein erstes Erfurter Entenrennen!

Als wir am Morgen den Luisenpark betraten, herrschte dort schon buntes Treiben. Viele Leute, Luftballons, Bierstand, Bratwurstgeruch, ausgelassene Stimmung – und das trotz grauer Wolken und Nieselregens. Bestens!

fräulein flora und ihre freundeMein erster Weg führte mich zur Anmeldung. Fräulein Flora von Schnatter wurde den Organisatoren übergeben, ein Erinnerungsfoto wurde geschossen und dann trennten sich unsere Wege (leider).

start2Da noch Zeit bis zum Start war, schlenderten mein Freund und ich eine Runde durch den malerischen Luisenpark und begutachteten auch den Start des Rennens: Ein riesiges Netz, dass an einem Gestell über der Gera „installiert“ wurde. Kurz vor dem Beginn des Entenrennens sollte das Netz zu gut ¾ gefüllt sein.

Um einen guten Blick auf die kommenden Geschehnisse zu haben, machten wir uns danach auf die Suche nach einem optimalen Standpunkt für den Start. Nachdem wir diesen gefunden hatten, trafen wir uns mit zwei Freunden, die ebenfalls eine Ente ins Rennen geschickt hatten.

Punkt 11 fiel dann, standesgemäß eingeleitet durch den Ententanz und einen Countdown, der Startschuss des 22. Erfurter Entenrennens. Was dann geschah, war zugegebenermaßen beeindruckend. Rund 4.500 Plaste-Enten fielen in einem scheinbar nicht enden wollenden Schwall in den Fluss und machten sich auf den Weg.

Nachdem die letzten verirrten Enten von den Orga-Mitgliedern mithilfe von Mistgabeln auf den richtigen Kurs gebracht wurden, machte sich der riesige Besucher-Mob im Enten- äh Schneckentempo auf den Weg entlang der Gera. Auch unser Vierer-Trupp bewegte sich eine gute viertel Stunde in diesem Pulk mit, entschied dann aber doch, etwas abseits der Strecke zu laufen, um einen guten Aussichtspunkt zu finden. Den perfekten Ort fanden wir schließlich auf der Schlösserbrücke.

Unerwartetes Wiedersehen

an der geraUnser Timing war gut. Nur wenige Minuten später schipperte das erste Entlein an uns vorbei. Hunderte folgten. Und dann – das Unerwartete! Da! Die pinke Blume! Das ist doch… das ist MEIN Fräulein Flora! Ich war so stolz, wie eine Entenmutti nur sein konnte. Meine Flora war nicht Bummelletzte. Alles andere war mir egal.

Nachdem sich die Ente unserer Freunde nicht blicken lassen wollte und das Wetter zunehmend ungemütlicher wurde, entschieden wir uns, nicht mehr zum Ziel an der Krämerbrücke zu gehen. Die vielen Besucher machten einen Blick auf den Zieleinlauf eh unmöglich.

Verabschieden, noch kurz den verkaufsoffenen Sonntag nutzen und dann ab nach Hause. Dort erfuhr ich am Nachmittag im Internet, dass es meine Ente nicht unter die Top 100 geschafft hat. Macht aber auch nichts. Viel spannender fand ich die Diskussion, die nach Verkündung der Sieger auf Facebook losgetreten wurde. Ein einzelner User meckerte über die Tatsache, dass einige Enten ja schon lang vor dem offiziellen Start des Rennens den Weg entlang der Gera auf sich nahmen. Dies, so der empörte O-Ton des Herren, sei immerhin die Schuld der Mitwirkenden, die eine Ladung Enten etwas zu schwungvoll in das Netz warfen (und wobei ein paar Entchen direkt in der Gera landeten). So endete mein erstes Erfurter Entenrennen mit dem Unverständnis für diese spezielle Gruppe Menschen, die sich über jeden Pups aufregt und das Leben meiner Meinung nach ein kleines bisschen zu ernst nimmt. Die Veranstalter versichterten übrigens, dass keine der Frühstarter-Enten in der Gesamtwertung berücksichtigt wurde.

In diesem Sinne: Ente gut, alles gut!

Mein Fazit

Unbedingt mitmachen. Die vielen, vielen Menschen machen es echt schwer, einen (guten) Blick auf die Gera werfen zu können. Die besten Chancen hat man dann immer noch am Startpunkt im Luisenpark. Hat man eine eigene Ente ins Rennen geschickt, ist die gesamte Veranstaltung wesentlich spannender. Die drei Euro, die eine Ente kostet, lohnen sich definitiv und das Verschönern meiner Flora hat ja auch irgendwie am allermeisten Spaß gemacht :)

P.S.: Wer auf der Suche nach seiner verloren gegangener Ente ist, findet sie vielleicht über die neu gegründete Facebook-Gruppe „22. Entenrennen Erfurt – wer hat meine RennENTE“ wieder. Auch gefundene Enten können hier an ihre Besitzer rückvermittelt werden. Gute Sache!

 

P.P.S.: Hier >>>  findet ihr noch einen anderen Bericht von mir über das Entenrennen, den ich in einem Online-Newsportal veröffentlicht habe ;)

 

 

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Jessi

Jessi ist die Gründerin von Feels like Erfurt, die im März 2015 die Idee für den Städteblog hatte und ihn kurzerhand ins Leben rief. Auch wenn sie inzwischen nicht mehr in Erfurt lebt, besucht sie die Landeshauptstadt regelmäßig und verliebt sich jedes Mal aufs Neue.

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