Humans of Erfurt: Das Leben zelebrieren mit Luise Oppermann-Riechel

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Humans of Erfurt: Das Leben zelebrieren mit Luise Oppermann-Riechel

Inhaltsübersicht
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Luise lebt in Erfurt und ist zweifache Mutter. In den letzten Monaten hat sie ihr „Business-Baby“ auf den Markt gebracht. Wir haben Sie auf eine Tasse Kaffee getroffen und uns mit ihr über ihre Gründung, ihre Visionen und Träume unterhalten.

Luise Oppermann Riechel

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Luise (36) und habe dieses Jahr neu gegründet: Celebrating Life – Gönn‘ dir Mamasein und Celebrating Life – Besonders Abschied nehmen. Mit „Gönn dir Mamasein“ möchte ich Erfurter Mamas die Chance geben an zwei Abenden mal wieder was für sich zu tun, mit anderen tollen Frauen zusammenzukommen. Dieses Empowerment, was im Alltag fehlt, möchte ich ein kleines bisschen wieder zurückgeben. Als Mutter stellt man sich oft selbst hinten an und wenn dann der Tag vorbei ist, fragt man sich oft wo man selbst geblieben ist. Bei der U-Untersuchung eines Kindes wird die Mutter nicht gefragt, wie es ihr geht, wie man in der neuen Rolle zurechtkommt. Mütter sollen sich in meinen Kursen untereinander austauschen können und inspiriert werden, mit dem ewigen vergleichen aufzuhören.

Was erwartet die Teilnehmer:innen dann bei deinen zwei Kursen?

Am ersten Abend geht es darum, erstmal Vertrauen zueinander aufzubauen. Wir starten mit einem gemeinsam Essen und einem ungezwungenen Austausch. Ich bin erfahrene interkulturelle Trainerin und ich habe versucht etwas zu kreieren was ich selbst gerne buchen würde und wo ich mich wohlfühle. Die Kurse finden deswegen im fit4fam Studio statt. Das sind schöne Räumlichkeiten, tolle Menschen und ich gehe da selbst mit meinen Kindern gerne hin. Thematisch gehen wir beim ersten Kurs auf die Themen: Rollen und Mutter als Job ein. Zwischen dem ersten Kursabend und dem zweiten vergeht eine Woche und währenddessen bekommen die Teilnehmerinnen Impulse zur Selbstfürsorge.

Am zweiten Kursabend geht es dann mehr um den Austausch und Tipps, die man einander geben kann. Da ist dann auch eine Entspannungsübung dabei. Ich habe mich bewusst für zwei Abende entschieden, weil das auch für mich eine Zeitspanne wäre, an der ich einen Babysitter organisieren würde. Die Kurse finden dann immer donnerstags statt, das sind insgesamt 6 Zeitstunden.

Wie viele Teilnehmer:innen sind pro Kurs dabei?

Pro Kurs sind es 8–10 Teilnehmerinnen. Das ist eine gute Gruppengröße, in der jeder zu Wort kommen kann. Denn ich gebe die Themen, die den Mamas auf dem Herzen liegen, die gebe ich ja nicht vor.

Was hat dich zu deiner Gründung bewegt?

Ich habe eine klassische Projektkarriere mit Jahresverträgen hinter mir und wenn man mit Jahresverträgen schwanger wird, dann ist man leider raus. Mein Wunsch zu gründen war schon länger da und nur der Mut nicht. Dann habe ich eine E-Mail von vor sechs Jahren von meiner Freundin gefunden, die mir empfohlen hat ins Thüringer Existenzgründungszentrum zu gehen. Die systemische Beratung durch einen Mitarbeitenden hart mir sehr geholfen, mein Kernthema zu finden.

Was macht deine Idee aus?

Herzenswärme ist das Zentrum meines Unternehmens, weil das Momente eines Ausnahmezustands sind. Weil man als frisch gebackene Mutter in einer Bubble lebt, die sehr schwer ist für andere Personen nachzuvollziehen. Man hat einen anderen Tagesablauf und Hormonkonstellation. Ich erlebe oft, dass das Gönnen dann völlig runterfällt. Es sind die Blicke einer anderen Mutter an der Kasse, die mich unter Druck setzen, dass ich mein Kind nicht im Griff habe. Die mich an vielen Dingen zweifeln lassen. Ich möchte Frauen ansprechen, die mal hören müssen: Es ist genau richtig wie du das machst und das ist dein Lebensmodell und du musst damit zufrieden sein.

Warum Erfurt?

Die Mamas in meinen Kursen geben auch regionale Tipps, was man in Erfurt direkt machen kann und nicht irgendwo in Berlin. Das liegt mir auch so am Herzen. Alleine der Bedarfst deswegen auch da, weil wir zwei Jahre Pandemie hinter uns haben und ich glaube, dass wir vieles davon noch nicht richtig verarbeitet haben. An wie vielen Tagen sind wir komplett über alle Grenzen gegangen? Für eine Mutter bedeutet von zu Hause aus arbeiten noch mehr Arbeit.

Was sind in Erfurt schöne Orte für Familien, Mutter und Kind?

Wenn uns Freunde in Erfurt besuchen, gehen wir immer zum Münztheater auf der Krämerbrücke. Dann gehe ich gerne am neu entstandenen Auenteich an der Geraaue spazieren, dort ist auch ein familienfreundliches Café. Ich liebe auch den Hirnzingenpark und den dazugehörigen Hirsch Heinrich Sommergarten. Absoluter Geheimtipp: Das Theater Waidspeicher! Und natürlich das absolute Must-Do in Erfurt sind Vergleichsfotos mit den KiKA Figuren über die Jahre. Das ist immer ein tolles Event mit den Kindern und natürlich auch eine schöne Erinnerung.

Was ist dein Erfurt Gefühl?

Ich bin keine gebürtige Erfurterin, ich komme aus Dresden. Deswegen ist wahrscheinlich alles am Fluss mein Lieblingsort. Ich schaue gerne hinter der Krämerbrücke dem sanft fließenden Wasser zu und verbinde dieses Gefühl auch stark mit der Redewendung „im Fluss sein“. Ein toller Ort, um zu sinnieren und den eigenen Gedanken nachzuhängen. Erfurt ist nicht zu groß und nicht zu klein, es hat einen unvergleichlichen Charme mit der wunderschönen Altstadt. Was natürlich auch ein großer Pluspunkt für Erfurt ist: Es ist super zentral und deswegen der geeignete Treffpunkt in der Mitte von Deutschland. Man ist schnell hier und schnell wieder weg. Mir gibt das ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, wenn ich weiß, dass ich überall schnell hinkomme.

Du betitelst deine Kurse mit „Gönn dir Mamasein“ – wie gönnst du dir denn am liebsten?

Reisen, Massagen und gutes Essen (lacht).

Ich möchte nochmal kurz zu deinen zwei Angeboten von Celebrating Life zurückkommen. Neben den Mamakursen bietest du unter „Besonders Abschied nehmen“ auch Trauerreden an, wie hängt beides für dich zusammen?

Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass andere Länder viel bunter und lebensbejahender Abschied nehmen als wir es in Deutschland kennen. Ich habe eigentlich immer so einen Bogen um das Thema Tod gemacht, bis dann Stück für Stück ein Umdenken stattfand. Warum sollte, wenn es ums Abschiednehmen geht, immer alles schwarz und düster sein? Man sollte sich lieber fragen, wofür lieben wir die Menschen, die von uns gehen müssen, woran erinnern wir uns gerne? Mir ist klar dass Trauer nicht einfach ist und sollte auf jeden Fall ernst genommen werden. Aber ein bewusster Umgang damit ist so wichtig in unserer Gesellschaft. Es ist ein unglaublich vielfältiges und kraftvolles Thema. Weil Menschen, die mit dem Tod zu tun haben, haben eine ganz geerdete Sicht aufs Leben. Sie nehmen Momente dankbarer an. Und das hat mich inspiriert. Über die Abschiedsrede hinaus biete ich auch eine Betreuung danach an, bei der wir zusammen für die wertvollsten Erinnerungsstücke einen Platz im Haus suchen oder einen neuen Ort für diese finden. Ich biete auch Tierbestattungen an, denn auch diese Leben sollten verabschiedet und gewürdigt werden.

Luise Oppermann Riechel

Was wünschst du dir für dein Unternehmen?

Dass Menschen mich als lebensbejahenden und positiven Menschen wahrnehmen, der sich auch nicht scheut bestimmte Themen anzusprechen. Ich möchte Hemmschwellen überwinden und Herzen öffnen.

Du möchtest mehr über Luise erfahren? Dann gehts hier zu ihrer Website!

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