Lost in Mais

Ich liebe Erfurt, weil es die Stadt immer wieder schafft, mich zu überraschen und mir neue Seiten zu zeigen. Eine davon – das Maislabyrinth – habe ich gestern gemeinsam mit dem Freund besucht.

 

Die Anfahrt zum „Maisspace“ ist ziemlich einfach. Wir haben uns dazu entschlossen, die Straßenbahn zu nehmen. Mit der Linie 3 ging es bis zur Endhaltestelle „Europaplatz“ und von dort aus zu Fuß 900 Meter bis zur Ziel-Location. Der Weg ist gut ausgeschildert und sogar so ein Orientierungs-Legastheniker wie ich findet das Labyrinth problemlos. Vom Freund weiß ich, dass auch ein Fahrradweg direkt hinter dem Labyrinth langgeht. Wäre das Wetter besser gewesen, wären wir mit den Drahteseln angereist – laut Freund wäre das sogar von der Innenstadt aus schneller gewesen als die Strecke mit der Bahn zu fahren. Natürlich kommt man auch mit dem Auto zum Maislabyrinth von Erfurt – genügend Parkplätze sind auch vorhanden.

 

An der Kasse wollte der freundliche Mitarbeit pro Nase 3,50 Euro haben. Kinder zahlen weniger und ab 18 Uhr ist der Eintritt sogar für alle frei. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich eine (sehr günstige) Saison-Karte zu kaufen. Ich finde die Preise durchweg fair, weil man dafür allerhand geboten kriegt. Obendrauf gab es an der Kasse gleich noch eine Einführung in das diesjährige Thema des Maislabyrinths (Märchenhaft wie aus 1001 Nacht) und das Gewinnspiel. Im Maislabyrinth gilt es nämlich nicht nur, nicht den Überblick zu verlieren, sondern auch Buchstaben zu finden, die, in die richtige Reihenfolge gebracht, ein Lösungswort ergeben. Wer die Gewinnspielkarte ausfüllt, mit dem richtigen Lösungswort versieht und in den „Lostopf“, ein kleines Häuschen am Eingang des Labyrinths, wirft, kann verschiedene Preise der Partner des Maislabyrinths gewinnen. Ich kann so viel verraten: Der Freund und ich haben nicht alle Buchstaben gefunden, wussten das Lösungswort aber schon, bevor wir auch nur einen Fuß in das Maisfeld gesetzt haben :D (Ist eben vor allem für Kinder gedacht)

 

Strandbar-Atmosphäre für alle

 

Das Areal vor dem Maisfeld gleicht einer lässig-coolen Strandbar-Location. Grill-Hütte, Kicker, Tischtennisplatten, Riesen-Sandkiste mit Chill-Area, Bar und überall verteilte kleine, muschelige Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen und Wohlfühlen ein. Auch wenn vieles im Maislabyrinth speziell auf Familien mit Kindern ausgelegt ist, fühlt man sich hier auch als Mittzwanziger-Paar wohl. Alles wirkte sehr unkompliziert und unkonventionell auf mich. Der Tick übertriebene Alternativ-Attitüde ist meiner Meinung nach schon normal und gehört mittlerweile zum guten Ton, wenn man eine solche Location betreibt. Stino sind schließlich die anderen und so…

 

Nach einem kurzen Streifzug und dem Knipsen einiger Bilder wollten der Freund und ich es dann schließlich wissen – es ging ab ins Maislabyrinth. Meine erste Anweisung: „Lass mich bloß nicht allein! Ich finde dich nie wieder.“ Tatsächlich weiß man schon bald nicht mehr genau, wo man sich nun befindet und läuft mehr oder weniger orientierungslos durch das Feld – was jedoch viel Spaß macht. Einzig ein „Aussichtsturm“ – ein zweigeschossiges Gerüst mit Stehfläche – der nicht weit vom Eingang entfernt steht, gibt einem einen groben Orientierungspunkt und hilft beim Finden des Ausgangs.

 

Um uns der Mais und über uns die dunklen Wolken

 

Leider machte uns das Wetter sehr bald einen Strich durch die Rechnung. Schon kurz, nachdem wir uns kamikazemäßig in das Maislabyrinth gestürzt hatten, fing es erst an zu tröppeln und dann, gerade als wir raus waren und uns unterstellen konnten, monsunartig zu gießen. Hoffnungsvolle Aussagen wie „Ach, das zieht ganz schnell vorbei“ wichen schnell Bekunden wie „Mir ist kalt!“ meinerseits und „Naja, kann man nicht ändern“-Weisheiten meines Freundes. Uns blieb nichts anderes übrig, als uns einen Platz an der Bar zu sichern und Getränke zu bestellen. Gibt schlimmeres.

 

Neben Non-Alkoholischem, Bier und Wein gibt es eine kleine Auswahl an Spirituosen und Longdrinks. Die von uns erhofften Cocktails fanden wir leider nicht auf den Angebots-Tafeln. Außerdem kann man im „Maisspace“ auch seinen kleinen oder großen Hunger mit Brat- oder Currywurst, Brezeln, Suppen, Wienern, Muffins und – ganz klar! – Maiskolben stillen. Alle Preise sind human und die Speisen sahen gut aus (wir selbst haben nichts probiert,weil wir im Anschluss noch zum Franzosen in der Michaelisstraße wollten).

 

These Boots are made for… Matsch

 

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit, die wir mit dem Begaffen der Saalfelder Feengrotten-Feen, die an diesem Tag zum Kinderschminken und Werbetrommelrühren im Maislabyrinth waren, und Beiwohnen der Wochen-Verlosung des Gewinnspiels totschlugen, brach der Himmel endlich auf und die Sonne kam wieder durch. Beflügelt durch die plötzliche Wärme und das Licht ging es zurück ins  Maisfeld – wohlwissend, dass dort nun alles sehr nass war. Das Problem waren nicht die Pflanzen (die Wege sind alle breit genug) sondern der Boden. Trotz dessen oder gerade weil dieser teilweise mit Stroh ausgelegt war, glichen meine Sandalen schon bald Plateau-Schuhen aus Naturmaterialien. Nichtsdestotrotz ließen wir uns den Spaß nicht verderben und streunerten noch eine Weile durch die verworrenden Gänge des Maisfelds. Ich denke, dass es in der Begleitung von Kindern (ab ca. 3 Jahren) sogar noch witziger ist. Für die Knirpse ist das Maislabyrinth auf jeden Fall ein wahr gewordenes Abenteuer.

 

Als wir wieder draußen waren, sah ich dann erst einmal das ganze Ausmaß der „Tragödie“. Meine Sandalen waren voller Dreck und Stroh und die Matschspritzer reichten bis in die Kniekehlen. Naja – nützt ja nichts. Also ab auf die (sehr saubere) Damentoilette und Schuhe, Füße und Beine putzen/waschen. Mein Tipp: Zieht nicht unbedingt eure Lieblings-Schuhe an, wenn ihr einen Ausflug ins Maislabyrinth von Erfurt macht. (Hätte ich DAS mal vorher geahnt… okay, ich hab auch nicht wirklich mitgedacht)

 

Insgesamt verleihe ich dem Maislabyrinth Erfurt die Note 1 +. Die Location verspricht Spaß für jedermann und trumpht sowohl im Hinblick auf Kinderfreundlichkeit als auch Bespaßung der Generation Y auf. Ein Blick auf das Programm des Maisspace verspricht Partys, Konzerte, Theater, Kickerturniere, Sommerkino und vieles mehr. Der Freund und ich werden auf jeden Fall zu einer dieser Veranstaltungen wiederkommen.

 

 

 

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Jessi

Jessi ist die Gründerin von Feels like Erfurt, die im März 2015 die Idee für den Städteblog hatte und ihn kurzerhand ins Leben rief. Auch wenn sie inzwischen nicht mehr in Erfurt lebt, besucht sie die Landeshauptstadt regelmäßig und verliebt sich jedes Mal aufs Neue.

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