Lost Places Thüringen: Spannende verlassene Orte in und um Erfurt

Inhaltsübersicht

Lost Places Thüringen

Text: Melanie Weigelt

*Disclaimer: Gebt auf euch Acht! Das Betreten baufälliger Gebäude oder Ruinen kann gefährlich werden und ist ohne die Erlaubnis der Eigentümer:innen strafbar.

Du bist auf der Suche nach einer besonderen Dosis Adrenalin und Nervenkitzel? Dann sollten diese Lost Places Thüringen definitiv auf deiner Liste für einen spannenden Ausflug stehen. Denn verlassene Orte erzählen häufig ihre ganz eigenen, manchmal etwas schaurigen Geschichten.

Du findest solche Orte spannend und kannst es nicht abwarten, auf Entdeckertour zu gehen? Dann geht es dir genauso wie uns! Wir haben uns auf die Jagd nach den schönsten Lost Places Thüringen und ihren Geschichten gemacht. Viel Spaß beim Lesen und entdecken: 

Alter Schlachthof Erfurt

Wo: Greifswalder Straße 

Wir fangen mit unserer kleinen Abenteuerreise direkt in Erfurt an, um genauer zu sein am  Alten Schlachthof,  in der Greifswalder Straße. Die alte Schlachthalle  wurde am 13. September 1913 eingeweiht und war Teil eines ehemaligen  Industriekomplexes in der Johannesvorstadt. Bis kurz nach dem Fall der Berliner Mauer war der Schlachthof tatsächlich noch in Betrieb. Die Versuche, das Gelände nach der Wiedervereinigung weiterhin mit Leben zu füllen, scheiterten allerdings vergeblich. So fiel das Gebäude mit der Zeit mehreren Bränden zum Opfer und wurde Stück für Stück von der Natur zurückerobert. Heute findest du vor allem verfallene Mauern und Ruinen vor. 

Good to know: Der alte Schlachthof in Erfurt ist wirklich wahnsinnig groß – das Areal erstreckt sich über mehrere Hektar. Wodurch man schnell einmal den Überblick verlieren könnte. Allerdings solltest du schnell sein, wenn du diesen Lost Place erkunden möchtest. Die Abrissarbeiten des neuen Eigentümers haben auf dem Gelände bereits begonnen. Somit wirst du nur noch für eine begrenzte Zeit in den Genuss des ganz speziellen Charms kommen. 

Sanatorium Schwarzeck 

Wo: Am Hainberg 7a, 07422 Bad Blankenburg 

Etwa eine Autostunde entfernt von Erfurt, befindet sich  das Sanatorium Schwarzeck – einen Lost Place in Thüringen mit besonders  spannendem historischen Hintergrund. Der ursprüngliche Grund für die Erbauung zwischen den Jahren 1893 und 1903 war das Errichten einer Kureinrichtung. Heute erinnert das verfallene Gebäude nur noch entfernt an einen Ort, der einmal zur Erholung gedacht war. Denn die Einrichtung fiel politisch bedingt mehreren Umnutzungen zum Opfer – vom anfänglichen Inventar sind heute nur noch Bruchstücke erhalten. Während der NS-Zeit wurde Sanatorium zur Ingenieurtechnischen Schule der Luftwaffe, nach Kriegsende wurden die Räumlichkeiten bis zur Wiedervereinigung als Bezirksparteischule umfunktioniert.  Auch danach folgten erneut mehrere Umstrukturierungen, was 2004 zur endgültigen Schließung des Geländes führte. Du siehst also: Hier kannst du dich wirklich auf eine Entdeckungstour durch vergangene Zeiten begeben.

Waltershausen: Das Gästehaus des DDR-Ministerrats 

Wo: Tambacher Straße 31, 98559 Oberhof 

Unser nächster Lost Place Thüringen auf dieser Liste führt uns  in der Zeit zurück in ein geteiltes Deutschland. 

Im Jahr 1963 wurde in Oberhof das Gästehaus des DDR-Ministerrats gebaut, welches  zum damaligen Zeitpunkt als eines der modernsten Gebäude überhaupt galt, die der Partei der DDR als Unterkunft dienten. Heute erinnert nur noch wenig  an die Pracht von damals: Verfallene Mauern, abgesplitterte Farbreste und kaputte  Scheiben prägen  das Bild des ehemaligen Gästehauses. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Gästehaus im Jahr 1990 geschlossen und 1994 an einen Privatinvestor verkauft. Bis 2013 wechselte das Gebäude immer mal wieder den:die Besitzer:in und wurde schließlich  sich selbst überlassen.

Örtelsbruch: Das verlassene Dorf 

Vielleicht sollten wir diesen Ort doch eher Lost Village, anstatt als Lost Place bezeichnen. Denn nur eine ca. 40 Minuten lange Autofahrt von Erfurt entfernt befindet sich Ötelsbruch, ein verlassenes Dorf mitten im Thüringer Wald. Was zugegebenermaßen schon etwas spooky ist. Den Grund für die leerstehende und wie leergefegte Siedlung verraten wir dir hier: Bereits im 13. Jahrhundert befand sich an Ort und Stelle ein Bergwerk für Schiefer. Im 19. Jahrhundert nahm der Abbau Fahrt auf und Örtelsbruch wurde unter seinem gleichnamigen Eigentümer, Oertel, zu einem der größten Schiefer Betriebe in ganz Europa. Das sogenannte schwarze Gold wurde nirgendwo anders in einer solchen Geschwindigkeit abgebaut, wie hier. Daher entstand ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude, um die Arbeiter:innen unterbringen zu können. Aber schon bald wurde das Bergwerk durch die Weltwirtschaftskrise, den Zweiten Weltkrieg und den Bedeutungsverlust des Bergbaus gezeichnet. Nun steht schon seit 2009 alles über und unter Tage still. Wenn du hier auf Entdeckertour gehst, solltest du auch unbedingt der Oertelsvilla einen Besuch abstatten. 

Jugendstrafanstalt Ichtershausen

Diesen Ort würde  unter normalen Umständen wohl niemand von uns  freiwillig betreten. Die Rede ist von der Jugendstrafanstalt in Ichtershausen, die mittlerweile stillgelegt wurde. Deshalb darf dieser Ort auf der Liste der schaurigen Lost Places Thüringen nicht fehlen. Die Jugendstrafanstalt Ichtershausen  entstand schon im Jahr 1877 und wurde über die Jahrzehnte durch  mehrere Umstrukturierungen geprägt. In dem Gefängnis wurden zwischen 1903 und 1953 ausschließlich männliche Inhaftierte untergebracht. In der DDR-Zeit wurde die Anlage in einen sogenannten Jugendwerkhof umstrukturiert. Wenn du dich fragst, worum es sich dabei handelt: Ein Jugendwerkhof ist ein spezielles Jugendheim, welches die Umerziehung von ungehorsamen Jugendlichen nach dem Verständnis des DDR-Regimes vorsieht. 

Nach dem Mauerfall wurde der Gebäudekomplex bis zur Schließung am 7. Juli 2014 als Vollzugsanstalt für speziell jugendliche Straftäter:innen genutzt. Redakteurin Jessi hat dem verlassenen Gefängnis bereits einen Besuch abgestattet. Ihre persönlichen Eindrücke und Gedanken gibt’s hier zum Nachlesen. 

Lost Places Thüringen: Die Ziemestalbrücke 

Bei diesem Lost Place kommen nicht ohne Grund Harry Potter Vibes auf, denn wer diesem Ort einen Besuch abstattet, muss jeden Moment damit rechnen,  dass der Hogwarts Express vorbeifährt.Bist du neugierig geworden? Dann solltest du dich auf den Weg in den Naturpark bei Remptendorf zur Ziemestalbrücke machen. Dabei handelt es sich um eine 115 Meter lange und 32 Meter hohen Viadukt, der bereits seit mehr als 100 Jahren über den Ziemesgrund zwischen Ziegenrück, Altenbeuthen und Remptendorf führt. Befahrbar ist die Ziemestalbrücke heute allerdings nicht mehr – weder auf Schienen, noch auf Rädern. Um diesem besonderen Lost Place dennoch einen Besuch abzustatten, kannst du eine wunderschöne Wanderung durch das Tal bis zur Brücke unternehmen. Wenn dir der Sinn nach einer etwas größeren Tour steht, kannst du sogar eine etwas noch bis nach Wernburg weiter spazieren. So wird dieser Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis in der Natur! 

Sophienheilstätte bei Bad Berka 

Wo: Adolf-Teggtmeier-Alle 12, 99438 Bad Berka 

Last but not least stellen wir dir einen Lost Place vor, den du vielleicht sogar schon kennst: Die Sophienheilstätte Bad Berka fand nämlich erst kürzlich in einem anderen Artikel von uns Erwähnung. Daher hier die Kurzversion: In der ehemaligen Heilstätte wurden ab 1898 vor allem Tuberkulose-Erkrankte behandelt.  Seit 1993 steht das Gebäude nun schon leer. Fun Fact: Bei der  ehemalige Heilstätte handelt es sich um das größte Fachwerkhaus Europas. Also nichts wie hin. Es ist ein Ort, den du auf deiner Abenteuerreise nach verlassenen Orten und Lost Places Thüringen definitiv nicht verpassen solltest. Außerdem wurde die Heilstätte schon für die unterschiedlichsten Fernsehproduktionen als Filmkulisse genutzt. 

Hat dir der Beitrag gefallen?
Dann teile ihn doch mit Freunden:

0 Personen hat dieser Artikel gefallen
Facebook
Twitter
LinkedIn
Pinterest

2 Antworten

  1. Ja leider kennen diese Orte jetzt schon zu viele.
    Die Spannung, ein unbekanntes Lost Places zu finden, ist fast unmöglich.

    1. der Echte Örtelsbruch ist noch nahezu unendeckt und dort ist noch die alte Produktionsstätte der V2 Triebwerke. begehbar bis zur F Sohle aber nur mit abseilen G Sohle steht vollkommen unter Wasser dort ist es aber ziemlich gefährlich aufgrund der Einsturzgefahr wahr selber dort und beim rausgehen ist ein Gang eingestürzt. die Fabrik im Untergrund ist nahezu unangetastet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Artikel

gefördert durch: