Neu in Erfurt? Ein Erfahrungsbericht

Neu in Erfurt: Einkauf vom Wochenmarkt auf dem Domplatz
Inhaltsübersicht

Vorab: Mit der Entscheidung, den Lebensstandort nach Erfurt zu verlegen und nun diesen Beitrag zu lesen, habt ihr schon mal Alles richtig gemacht.

Ich bin Lucy, wohne seit knapp zwei Monaten in der wunderschönen Altstadt Erfurts und könnte hier kaum glücklicher sein. Klar war zu Beginn nicht Alles rosig, wie das bei dem Auszug aus dem Elternhaus nun Mal so zu sein scheint. Neben der positiven Aufregung schlichen sich ganz neue Gedanken in meinen Alltag:

  • Wie lebe ich mich ein?
  • Um welche bürokratischen Pflichten muss ich mich kümmern und wann?
  • Woher bekomme ich meine Lebensmittel?
  • Finde ich Freunde?
  • Wie gestalte ich meinen Alltag?

Ungewissheit kann ganz spannend sein, aber wenn es um unsere Grundbedürfnisse geht, verspüren wir den Drang zur Gewissheit. Damit euer Einstieg in das Erfurter Leben so smooth wie möglich ablaufen kann, habe ich euch das  Wichtigste zusammengetragen.

Neu in Erfurt: Die Krämerbrücke

Spoiler Alert: die Zeilen die ihr hier lest, werden diese Ungewissheit nicht in Luft auflösen, doch hoffentlich etwas erleichtern.

Einleben in euer neues Zuhause in Erfurt

Mein Umzug ist nun knapp zwei Monate her. Seitdem bin ich größtenteils auf mich allein gestellt. Die Umzugskartons füllten in den ersten Tagen den Großteil meines Zimmers, was mich dazu bewegte, meine Zeit lieber mit Erkundungen in meiner neuen Heimatstadt zu verbringen. Etwas Schöneres hätte mir nicht widerfahren können. Ich habe mich bewusst für das Leben in einer WG entschieden. Trotz der abflachenden Pandemiesituation kann es schwer fallen neue Menschen kennen zu lernen, solltet ihr bisher keine Kontakte geknüpft haben. WG-Mitbewohner sind die perfekten Ansprechpartner für die Gestaltung eures neuen Alltags, denn sie haben womöglich genau den gleichen Schritt wie ihr gewagt. Ich war zu Beginn meiner Überlegungen nach Erfurt zu ziehen felsenfest davon überzeugt, alleine wohnen zu wollen, da ich von Natur aus eher introvertiert bin und auch gerne Zeit für mich habe und auch brauche.

Daher mein Tipp: überstürzt nichts bei der WG-Auswahl. Die Räumlichkeiten können wundervoll sein, doch die Menschen mit denen ihr zukünftig zusammenlebt, sollten nicht der Anlass sein, dass ihr das Gefühl habt, nach Draußen flüchten zu müssen. Für die, die sich gegen das Leben im Trubel der WG entschieden haben, werden die im weiteren Beitrag erläuterten Tipps für die Knüpfung von Connections sicher eine Hilfe sein.

Angekommen in Erfurt, was nun?

Was den verpflichtenden Part angeht halte ich mich kurz, aber auch hier spielt sich alles sehr simpel ab.

Auf www.erfurt.de findet ihr alle Informationen rund um eure Stadt. Einer der wichtigsten Steps nach eurem Umzug: die Ummeldung auf eure neue Adresse. Dafür habe ich mir einfach einen Termin über das Onlineportal reserviert. Ihr erhaltet eine Nummer und eine Zeit, an welcher ihr euch orientieren könnt. Das Einwohnermeldeamt befindet sich im Zentrum der Stadt. Solltet ihr Hilfe benötigen, ist das Bürgertelefon stets an eurer Seite. Vergesst nur keinen Falls das ebenfalls auf der Website befindliche Dokument der Wohnungsgeberbescheinigung ausgefüllt und unterzeichnet nachzuweisen. Schreibt eure persönlichen Daten am besten schon in die vorgegebenen Felder, dann fällt es dem/der zu Unterzeichnenden leichter.

Lebensmittelshopping in Erfurt

Neu in Erfurt: Einkaufen auf dem Wochenmarkt

„Der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine!“ Eine „Lebensweisheit“, die mir meine Eltern beim Ausziehen mit auf den Weg gaben. Da haben sie gar nicht so unrecht, doch zum Glück bietet Erfurt in jedem Stadtteil die Möglichkeit sich mit Verpflegung einzudecken. Ich persönlich bevorzuge Bio Märkte, welche in Erfurt an mehreren Ecken vertreten sind. Hier findet ihr eine Übersicht aller Biomärkte in Erfurt.

Mein absolutes Highlight: der Wochenmarkt am Erfurter Domplatz. Kaum fühlt sich etwas idyllischer an, als über den Platz zu schlendern und frische Lebensmittel in einem Bastkorb zu drapieren. Das ist einfach ein Vibe für sich. Solltet ihr noch keinen besitzen, gibt es dort sogar einen Stand für Körbe, unter welchem sich sicher auch euer Lieblingsstück befindet. Auf dem Markt findet ihr von Lebensmitteln wie Obst und Gemüse auch einen Stand von Demeter für Milchprodukte und Eier. Einen Stand für Wurstwaren aus der Umgebung gibt es auch. Euer Wocheneinkauf lässt sich somit entweder in der Kaufhalle oder vor dem Dom erledigen. Was mein Favorit ist, weiß ich bereits. Ich bin gespannt, was wohl eurer sein wird!Sollte Mal keine Zeit für die frische Küche vorhanden sein, findet ihr vor Allem im Zentrum viele Möglichkeiten euren Hunger zu stillen. In der Allergrößten Not gibt es auch noch viel vertreten den Lieferservice.

Kontakte knüpfen im neuen Heimatort Erfurt

Aus meiner Erfahrung lässt es sich nirgends so einfach Kontakte knüpfen, wie in den Erfurter Parks. Bei lockerer, ungezwungener Atmosphäre, kommt man schnell mit anderen ins Gespräch. Einer meiner Lieblingsparks, ist der Nordpark. Dieser liegt ein paar Straßenbahnhaltestellen über dem Herzen der Altstadt und zieht seit seiner „Renovierung“, durch die BUGA, besonders junge Menschen an. Ihr erreicht ihn mit den Straßenbahnen Nr. 1 Richtung Stadtteil Rieth und Nr. 5 Richtung Zoopark. Nach eurem Ausstieg an der Station Lutherkirche/ SWE folgt ein gemütlicher Fußmarsch von knappen zehn Minuten. Mein bester Freund und Begleiter in meinen ersten Wochen in Erfurt, war Google Maps, mittlerweile finde ich mich aber immer mehr allein zurecht.

Was ich im Nordpark besonders mag: Die Gera, die sich druch die großen Grünflächen schlängelt. Hier laden so viele Orte zum Verweilen ein. Egal ob allein oder mit Freunden, der Nordpark hat einiges zu bieten: einen neuen Skaterplatz, moderne Spielplätze, ein heiß begehrtes Beachvolleyballfeld, Sonnenbänke an der Gera und sogar feste Grills wurden installiert. Erfurt weiß, wie man sich Freunde macht. Auch ihr, eure Kopfhörer oder ein schönes Buch, finden einen Platz auf einer Picknickdecke. Abends schallen Bässe über die Wiesen und vor Allem junge Menschen genießen die Gemeinsam- und Geselligkeit. Neben dem Nordpark gibt es natürlich noch weitere schöne Grünflächen in Erfurt, doch in diesem Artikel soll es ja schließlich um meine ersten Erfahrungen in Erfurt gehen. Der Nordpark entwickelte sich für mich zu einer Art Möglichkeit um stets in Verbindung zu neuen Menschen zu treten und ich empfehle euch die Parks in eurer Umgebung, egal zu welcher Jahreszeit, zu besuchen.

Alltagsgestaltung in Erfurt

An diesem Punkt muss ich ein wenig schleimen. Den Einstieg in meinen neuen Alltag hat mir Feels like Erfurt um einiges leichter gemacht. Ich habe mich sicherer gefühlt und meine Bedenken, in eine wunderschöne Stadt zu ziehen in der ich allerdings niemanden kannte, lösten sich mehr und mehr in Luft auf. Besonders am Herzen liegen mir das nachhaltige Einkaufen und Essen gehen.

Die Kunsthalle bei einem nächtlichen Spaziergang durch Erfurt

Die ersten Anhaltspunkte waren für mich geklärt und in meiner inneren Checkliste abgehakt. Somit konnte ich mich direkt auf das Leben fokussieren. Dazu gehört für mich auch das soziale Leben, da es nun auch endlich wieder möglich ist unter Menschen zu gehen. Die grandiosesten Veranstaltungstipps, flächendeckend für ganz Erfurt greifen die sozialen Medien auf. Besonders hilfreich erwiesen sich:

@erfoodie

@erfurtkultur

@heimlichkollektiv

@projekt_stadtgarten

@stattstrand_biergarten

@kleinerampe

und noch viele andere…

auf Instagram. Beeindruckt hat mich hier auch der gegenseitige Support unter den Accountbetreibern. In Postings und Storys werdet ihr täglich auf dem Laufenden gehalten. Von Livemusik bis hin zur Alpakawanderung ist wirklich für jeden etwas dabei.

Trotz der vielen Unterstützungen und Informationen die euch zur Verfügung stehen, möchte ich euch ans Herz legen, selbst auf Erkundungstour zu gehen. „Erfurt und seine vielzähligen romantischen Gässchen und die wundervollen Kirchen, Kloster und Parks.“ – dass habt ihr sicher oft genug gehört, aber:

Nichts ist so schön, wie die zukünftigen „favourite Spots“ eurer neuen Stadt für euch selbst zu entdecken.

Klar könnt ihr alle Cafés der Reihenfolge nach (hierzu gibt es auch tolle Beiträge auf dem Blog) abklappern, aber euer Lieblingscafé wird mit viel mehr Freiheit und Spontanität verbunden sein, wenn ihr es findet und nicht sucht. Ganz nach dem Motto „Was den Weg in euer Leben finden soll, findet sich von ganz allein.“ Mit diesem Mindset habe ich die schönsten Eindrücke Erfurts sammeln können. Ich habe Gassen erkundet, mich vielleicht etwas verfranzt, neue Wege entdeckt und Menschen kennengelernt. Vorher hatte ich damit nicht gerechnet, doch ich freue mich jedes Mal aufs Neue, denn diese Ereignisse geschehen wieder und wieder, wenn ihr offen für sie seit.

Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken und hoffe, dass euch dieser kleine Guide vielleicht nicht eine erwünschte strickte Anleitung für das Einleben in Erfurt, aber doch vielmehr Offenheit gegenüber eurem neuen Wohnort offenbart hat.

Euch hat der Artikel gefallen? Ihr findet Lucy und ihre alltäglichen Abenteuer auch auf Instagram unter dem Namen: @lucyunderthesun

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