“Sollbrüche”: Fragen an Franzi Waldner zu ihrem Buch-Debüt

Franziska Waldner
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Ob als “Stattstadtmädchen” auf Instagram, als freie Traurednerin oder früher als Macherin des “takt-Magazins” – Franziska Waldner ist ein fester Bestandteil der Erfurter Kreativlandschaft. Ihre gefühlvollen Texte gibt es nun nicht mehr nur im Netz zu lesen, sondern auch in gedruckter Form. Denn am 3. Dezember feierte Franzis erstes Buch, der Lyrikband “Sollbrüche”, Erscheinungstag. Ein guter Grund für mich, Franzi einige Fragen rund um ihr Buch-Baby zu stellen.

Buch Sollbrüche von Franzi Waldner
Buchcover von “Sollbrüche: Gedichte und Gedankensplitter”

Von der Bloggerin zur Buchautorin: Interview mit Franzi Waldner

Dein Buch „Sollbrüche“ enthält Gedichte und Gedankensplitter. Woraus ziehst du die Inspiration für deine Lyrik?

Das ist ganz unterschiedlich. Mal aus etwas, das ich sehe (Natur). Mal inspiriert mich etwas, das ich fühle. Mal eine Songzeile, mal etwas, das mir Menschen erzählen. 

Eine Sollbruchstelle kann rein technisch als Stelle beschrieben werden, die vorhersagbar bricht und deshalb eine Schwäche für den betroffenen Gegenstand ist. Andererseits sorgt sie dafür, dass eben nur ein Bruch entsteht und keine komplette Zerstörung. Was bedeutet das Wort für dich und wie bist du darauf gekommen, es als Titel für dein Buch zu verwenden?

Der Titel hat mich irgendwie gefunden. Er war plötzlich da. Es geht ja auch um Brüche im Leben – Verluste, Niederlagen, geplatzte Träume – die oft als Makel verstanden werden. Dabei machen sie uns zu dem Menschen, der wir sind. Der Gedanke, dass sie uns nicht aus Versehen passiert sind, sondern einfach sein sollten, damit wir uns entwickeln, fand ich spannend. Ein Sollbruch. 
Es passte dann auch zur literarischen Form der Gedichte, die gern mal mit Regeln brechen und häufig ja auch gebrochene Sätze beinhalten.

Als Bloggerin und Redakteurin ist es grundsätzlich nicht neu für dich, dass deine Worte ein Publikum finden. Fühlt sich das nun mit der Veröffentlichung als Buch trotzdem neu oder anders an?

Spannend ist, dass Gedichte und Gedanken enthalten sind, die bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nur eine handvoll Menschen kannten. Ich bin neugierig auf die Reaktionen darauf. Davon abgesehen ist es eher die Haptik, die neu für mich ist. Greifbare Texte mit einem reellen Gewicht – das ist schon ein wenig verrückt. 

Neben deinen Texten enthält das Buch auch Illustrationen. Hast du an der Gestaltung mitgewirkt und wie wichtig ist für dich das Zusammenspiel von Text und Bild?

Die Gestaltung hat Martina Grimm von www.deine-meilensteine.de übernommen. Sie hatte freie Hand. Beim Cover sind ein paar Wünsche von mir mit eingeflossen. Aber die Illustrationen und die grafische Umsetzung der Textinhalte entspringen ihrer Kreativität. Eine Kunst, vor der ich großen Respekt habe.

Sollbrüche Franzi Waldner

Die Texte, die von dir zum Beispiel auf Instagram zu lesen sind, sind oft sehr persönlich. Fällt es dir auch manchmal schwer, dich so offen zu zeigen?

Zumindest wirken die Texte sehr sehr persönlich. Und das ist vielleicht auch das magische daran. Allerdings entspringen nicht alle meinen persönlichen Erfahrungen oder Gefühlen, sondern sind oft auch inspiriert von parallelen Leben, Dingen, die ich sehe oder höre. Deshalb fällt es mir da recht leicht. Aber natürlich habe auch ich meine Themen, die ich mit zitternden Händen in die Öffentlichkeit hineinschreibe. Bei denen ich mich verletzbar zeige und damit auch mache. Aber das Gefühl, andere damit zu erreichen; ihnen zu sagen: du bist nicht allein, das überwiegt. Wir alle sind Menschen, machen Fehler, müssen Niederlagen einstecken – da finde ich es tröstlich zu wissen, dass es uns nicht allein so geht.

Hast du literarische Vorbilder oder Bücher, die dir besonders viel bedeuten?

Ich bin Stephen King Fan, mag auch die frühen Fitzeks. Murakami, Harari, Jorge Bucay … Bei der alten Literatur sind es wohl Storm oder Rilke. Ich habe einige Bücher von meinem Vater geerbt, die bedeuten mir allein des ideellen Wertes wegen viel. Als ich damals auf Michèle Hügin alias “Emma denkt” stieß, hat mir das ein Gefühl von Gemeinschaft gegeben, ohne sich zu kennen. Ich fühle ihre Texte ein ums andere mal.
Und Tim Wache von www.deine-meilensteine.de hat ein unglaubliches Talent, Inhalt in kluge und gefühlvolle Worte zu kleiden. Ich bin sehr dankbar, dass er mein Vorwort geschrieben hat. 

Planst du, noch weitere Bücher zu veröffentlichen?

Im Kopf gibt es tatsächlich die ein oder andere Idee. Wer weiß, was noch kommt. Ich überrasche mich ja gern mal selbst. 

Leider musste deine geplante Lesung im Theater aufgrund der aktuellen Situation ausfallen. Soll es einen Nachholtermin und weitere Lesungen geben?

Solange niemand weiß, wie sich die pandemische Lage entwickelt und welche Verordnungen es geben wird, sind die Veranstalter sehr vorsichtig mit neuen Terminen. Aber wir arbeiten an Konzepten und sind bereit loszulegen, sobald es möglich ist. 

Sollbrüche Buch Franzi Waldner

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[shariff]

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