Zu Besuch im Modeatelier von Maboni

Zu Besuch im Modeatelier von Maboni

[Anzeige – in freundlicher Kooperation mit Maboni]

Dass Nachhaltigkeit in Erfurt immer präsenter wird, habe ich dir hier auf dem Blog schon des Öfteren gezeigt. Inzwischen hat das Thema sogar seine eigene Rubrik auf Feels like Erfurt, worüber ich mich persönlich extrem freue.

Denn auch ganz unabhängig vom Blog oder von Erfurt liegt es mir seit einer Weile sehr am Herzen, mein eigenes Handeln zu hinterfragen und ein paar Dinge zu überdenken. Ganz vorn mit dabei: Mein Verhältnis zu Mode und Shopping. Ich gestehe: Bis vor ein paar Monaten war ich ein Fashion Victim im Anfangsstadium. Ich ging gern in der Stadt bummeln und ab und an landete auch mal etwas in meinem Online-Warenkorb. Doch woher die Teile kamen, die mir gefielen, woraus sie bestehen und wer sie gefertigt hat – das ging mir (um es auf den Punkt zu bringen) weit am Poppes vorbei.

Mittlerweile hat sich einiges verändert. Ich schaue genau hin, interessiere mich sehr wohl für die Hintergründe und habe 2018 noch kein einziges Modegeschäft betreten (#truestory)

Gerade weil ich mich derzeit persönlich so stark mit Eco und Fair Fashion auseinandersetze, hat es mich sehr gefreut, als Mone Luhn, die Designerin hinter dem Erfurter Kindermode-Label Maboni, auf mich zukam. Auch wenn ich selbst noch keine Mama (dafür aber eine Tante) bin, bin ich doch schon das eine oder andere Mal über ihre Arbeit gestolpert. Und ich muss sagen: Diese ist wirklich toll.

Mone Luhn – Modedesignerin in der vierten Generation

„Ich bin ja schon ewig in der Modebranche“ – Mit diesen Worten beginnt das entspannte Gespräch zwischen Mone und mir bei einem Tässchen Kaffee. Wir sitzen in ihrer Küche an einem wirklich großen Tisch, der Platz für viel Besuch bietet und Geselligkeit ausstrahlt. Genau so einen möchte ich auch irgendwann mal haben.

Nach dem Abi im Jahr 2000 ging es für die gebürtige Sondershäuserin direkt nach München – also in eine der Modemetropolen Deutschlands. In der bayrischen Landeshauptstadt lernte Mone alles, was nötig ist, um Mode zu entwerfen und zu produzieren – erst in ihrer Ausbildung zur Schneidermeisterin und anschließend in einem Aufbaustudium zur Modedesignerin. Es war ihr wichtig, so die Wahl-Erfurterin, das ganze Spektrum der Branche kennenzulernen und in alle Bereiche hineinzuschnuppern. Schon damals wusste sie, dass sie sich irgendwann einmal selbstständig machen würde.

Kein Wunder, denn wie sie mir weiter verrät, war schon ihre Urgroßmutter Schneiderin. „Nicht offiziell von Beruf, sondern eher für die Leute im Dorf, die was geändert haben wollten.“ Mones Großmutter folgte diesem Beispiel und erlernte den Beruf der Schneiderin. So wurde der Erfurter Designerin der Umgang mit Nadel und Faden gewissermaßen in die Wiege gelegt. Ich stehe ja total auf solche Details, die einer Hintergrundstory die Extraportion Persönlichkeit verleihen :)

„Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen“

Nach zwei Jahren in der Modebranche wurde Mone schwanger. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie ein Teil des gut funktionierenden Fashion-Systems und hatte nichts von alldem hinterfragt. Doch die Nachricht, dass sie ein Kind erwartet und das Bewusstsein, dieses in eine möglichst positive Welt zu „entlassen“, änderten schlagartig alles. „Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich stellte fest, dass das eigentlich total krank ist.“, so ihre klaren Worte in unserem Gespräch. Was Mone hiermit meint, sind Aspekte wie die Chemiebelastung zahlloser Stoffe, die Massenproduktion und damit einhergehend die Ausbeutung der Menschen.

Der jungen Designerin wurde klar, dass sie etwas ändern, aus dem bisherigen System ausbrechen und ihren Teil für eine bessere Welt leisten will. Und so nutzte sie ihre Schwangerschaft und die anschließende Elternzeit, um Maboni, ihr eigenes Label für nachhaltige Kinderkleidung, zu gründen.

Nachhaltige und mitwachsende Kinderkleidung aus Erfurt

Zertifizierte Bio-Stoffe, kurze Transportwege, faire Arbeitsbedingungen – es gibt viele Aspekte an Maboni, die die Bezeichnung als nachhaltiges Kindermodelabel rechtfertigen. Was dich als Mama oder Papa, Tante oder Onkel, Oma oder Opa jedoch am meisten interessieren dürfte, ist der Fakt, dass die Kleidungsstücke aus Mones Atelier mitwachsen – und zwar um bis zu drei Größen beziehungsweise zwei Jahre.

Das Konzept der mitwachsenden Kindermode ist keine Neuerfindung der Erfurter Designerin. Doch Mone hat sich inzwischen eine ihrer modischen Besonderheiten – nämlich die Zip-Einsätze in den Jacken und Mänteln – patentieren lassen. Außerdem können sich Käufer_innen der Maboni-Kollektionen immer sicher sein, dass ausnahmslos jedes Kleidungsstück das Kriterium „mitwachsend“ erfüllt. Egal ob ausgeklügelte Träger, weite Schnitte oder bequeme Gummizüge – Mones zauberhafte Kindermode, die mit all den eingestaubten Biomode-Klischees aufräumt, sieht nicht nur stylisch aus, sie kann auch wirklich was.

Ich finde das wirklich großartig – gerade weil ich durch meine Nichte seit fünf Jahren mitbekomme, wie schnelllebig Kindermode ist. Während wir Erwachsenen die Teile, die wir kaufen, (zumindest theoretisch) ziemlich lang tragen können, wachsen die Kleinen einfach viel zu schnell wieder raus. Kombiniert mit der blanken Fülle, die einem in so manch einem Kinderkleiderschrank entgegen kommt, ist es echt kein Wunder, dass viele Teile ungetragen an den nächsten Besitzer übergeben werden.

Wofür steht der Name Maboni?

Ich bin ja immer wahnsinnig neugierig und frage die Leute gern, was sich hinter dem Namen von ihrem Label, Produkt, whatever verbirgt. Auch im Fall von Maboni wurde ich wieder einmal nicht enttäuscht.

Zunächst einmal hat mir Mone gestanden, dass der jetzige Name von ihrem nachhaltigen Kindermode Label gar nicht die erste Wahl war. Doch weil die Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt zu lang dauerte, wurde ihr die ursprüngliche Variante von einem Bauunternehmer weggeschnappt. (Was ein Bauunternehmen und ein Modelabel für mitwachsende Kinderkleidung gemeinsam haben, konnten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen).

Dass der erste Anlauf gescheitert ist, war jedoch alles andere als schlimm. Denn eines Nachts wachte Mone auf und hatte eine noch viel bessere Idee: Maboni – eine Zusammensetzung aus „Ma“ für Mama und „Boni“, die Mehrzahl von „Bonus“, womit das Kind als Mehrwert oder Geschenk gemeint ist. Volltreffer, würde ich sagen (und auch viel eingängiger als ihr erster Ansatz, der an dieser Stelle jedoch nicht verraten wird).

Der Wunsch nach einem „Nachhaltigkeits-Netzwerk“ wird immer lauter

Dass wir gemeinsam alle sehr viel stärker sind und besser gehört werden, weiß auch Mone Luhn. Sie verriet mir in unserem Gespräch, dass im Hintergrund gerade einiges passiert. Ein paar nachhaltige Akteure in Erfurt schließen sich zu einem lockeren Netzwerk zusammen und planen gemeinsame Aktionen. Die Modedesignerin ist davon überzeugt: Es darf nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen. Wenn alle am gleichen Strang ziehen, dann profitiert davon letztlich jeder. Ein Ansatz, denn ich zu 100 Prozent teile und dessen Erfolg ich mit unserem Blogger-Netzwerk „Erfurt bloggt“ bestätigen kann.

Während unserer Unterhaltung kommt es mir so vor, als würde es Mone wirklich am Herzen liegen, dass sich was in Erfurt tut. Und tatsächlich bestätigt sie mir nur wenige Minuten später, dass sie die Stadt über alles liebt. „Es ist meine Heimat und ich will hier nicht wieder weg“. Besonders schön finde ich, dass sie die Auenstraße, in der sie lebt und auch arbeitet, als extrem vielfältig und inspirierend beschreibt. Diesen Eindruck habe ich auch jedes Mal, wenn ich hier unterwegs bin.

Wo du Maboni in Erfurt kaufen kannst

Du bist jetzt neugierig geworden und möchtest dich selbst davon überzeugen, was die mitwachsende Kinderkleidung von Maboni so alles kann? Dann willst du sicherlich wissen, wo du sie überall findest.

Zunächst einmal besteht die Möglichkeit, Mone – so wie ich – in ihrem Atelier zu besuchen. Dort kannst du ihr nicht nur über die Schultern zu schauen, sondern auch den einen oder anderen Sonderwunsch äußern. (Die Designerin kann zum Beispiel auch tolle Mutti-Kind-Sets entwerfen!) Außerdem kannst du mit ihr ganz flexibel „Übergabetermine“ vereinbaren. Dadurch muss die Kleidung nicht innerhalb von Erfurt per Post versendet werden. Nachhaltigkeit und so, wir erinnern uns…

Natürlich gibt es auch ein paar Shops und Geschäfte, in denen du Maboni-Stücke anschauen und (teilweise) kaufen kannst. Hierzu gehören:

  • Fräulein Marie in der Predigerstraße
  • Grafik und Design Kollektiv in der Pergamentergasse
  • Landmarkt auf der Magdeburger Allee
  • Atelier BodypArts im Fischersand

Andere Menschen inspirieren

Mone ist eine tolle Frau, der man die Leidenschaft an ihrer Arbeit sofort anmerkt. Solche Menschen mag ich wirklich sehr. Dass sie außerdem etwas super Wertvolles tut, macht es mir noch leichter, ihr Label Maboni zu unterstützen. Ich habe wirklich wertvolle Impulse aus unserem Gespräch mit nach Hause genommen. Einen davon möchte ich abschließend gern noch mit dir teilen:

Man muss nicht von jetzt auf gleich sein ganzes Leben umkrempeln und alles auf Nachhaltigkeit ausrichten. Es hilft oftmals schon, über die Probleme zu sprechen, sie in das Bewusstsein anderer zu rücken und damit zu Taten zu inspirieren. 


Liebste Grüße,

Jessi

Fotos: Jessika Fichtel | Feels like Erfurt & Mone Luhn | Maboni

About Jessi
Jessi ist seit drei Jahren Wahl-Erfurterin. Ihren Wohnortwechsel hat sie zum Anlass genommen, einen Blog (über die Thüringer Landeshauptstadt) zu starten. Wenn sie sich nicht gerade um ihr Baby Feels like Erfurt kümmert, arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt an ihrem Erstlingsroman.

3 Gedanken zu „Zu Besuch im Modeatelier von Maboni

  • 23. März 2018 um 23:09
    Permalink

    Maboni hat die Zukunft des Kleidens ins Hier und Jetzt geholt… und die schick gekleideten Kinder tragen Sie in Ihre Bunte Zukunft…

  • 24. März 2018 um 9:50
    Permalink

    Ich finde es wichtig, dass wir uns heutzutage die Frage stellen,
    wo und wie unsere Kleidung gefertigt wird.
    …für unsere nächste Generation dürfen wir Nachhaltigkeit und
    Umweltschutz nicht außer Acht lassen; denn wir wissen ja:
    Wir haben nur diese eine Welt!

    Das Modelabel Maboni hat tolle Kleidung im Angebot-
    ich kaufe auch zunehmend faire und nachhaltige Kleidung;
    ich werde sicher mal „vorbei“ schauen…

    Maboni- weiter so…!!! :-)

    Grüße Markus…

  • 4. April 2018 um 9:36
    Permalink

    Ich bin total begeistert von Maboni – Mone schafft es Mode mit Nachhaltigkeit und ökologischem Bewusstsein zu verbinden, ohne dass es nach „Öko“ aussieht.
    Habe selbst schon bei Maboni bestellt, mein Neffe liebt seine Hose und er trägt sie jetzt schon seit einem Jahr und sie passt wie versprochen immer noch, was sehr für die Qualität der Materialien spricht.
    Ich kann Maboni wirklich weiterempfehlen!!! Tolle ökologische und hochwertige Stoffe, hält länger und handgefertigt in Deutschland, was will man mehr!!
    Weiter so, liebes Maboni-Team!!!

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